Marthe Pflüger (37) ist neue Chefin des Schultenhofs

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Der Schultenhof hat eine neue Leitung: Zum zweiten Mal ist es eine Frau, die den Öko-Betrieb übernehmen wird. Marthe Pflüger kommt zwar aus dem Münsterland, ist aber in Dortmund gut bekannt.

von Alexandra Wachelau

Hombruch

, 16.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ursprünglich sollte es nur ein Nebenjob beim Studium sein, nun leitet sie den Hof: Nach 20 Jahren Arbeit in der Biobranche wird Marthe Pflüger die neue Leiterin auf dem Schultenhof. Der Bio-Bauernhof, der nicht nur verkauft, sondern auch als AWO-Einrichtung ein Zuhause für Menschen mit Behinderung ist, wird nun von Marthe Pflüger geleitet.

Die 37-Jährige bringt dabei viel Erfahrung und Engagement mit. Kein Wunder: Die Münsterländerin wuchs ländlich auf, für Bio-Lebensmittel interessiert sie sich von jeher.

Vielen Dortmundern ist sie dabei auch durch ihre Arbeit im Bioladen „Fruchtbare Erde“ bekannt. Auch hier wurde sie Filialleiterin, hielt den Kontakt mit Kunden und Lieferanten aufrecht und hat inzwischen ein recht genaues Bild davon, was Kunden von einem Bio-Markt erwarten. Auch der Schultenhof hat neben dem Museumscafé ein Bistro – natürlich in Bio-Ausführung.

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Umorientierung während der Corona-Krise

Dann kam Corona. In der ersten Zeit der Pandemie wurde auch der Bioladen an der Saarlandstraße nicht von Hamsterkäufen verschont. „Plötzlich galt es nur noch, die Kundenmassen durch die Läden zu schleusen. Mit Fachhandel hatte das nur noch wenig zu tun“, sagt Marthe Pflüger.

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Ihre Sicht auf die Karriereplanung veränderte sich dadurch. Die freie Stelle am Schultenhof war für sie eine Chance, in einem anderen Bereich anzufangen. Dabei sei der Schultenhof für sie „wie nach Hause kommen“, wie die 37-Jährige sagt. Auch der Betrieb kannte Pflüger bereits gut: Abgesehen von ihrem Nebenjob im Hofladen, blieb die 37-Jährige die größte Kundin bei der AWO-Einrichtung.

Auch um den Vertrieb wird sich die 37-Jährige in Zukunft kümmern.

Auch um den Vertrieb wird sich die 37-Jährige in Zukunft kümmern. © Schultenhof

„Ich habe immer beobachtet, was auf dem Hof passiert. Der Wechsel erfolgte dann in aller Freundschaft“, sagt Marthe Pflüger. Dennoch ist es eine Herausforderung für sie, in diesem Jahr die Hofleitung zu übernehmen. Durch Corona mussten die Behinderten-Werkstätten schließen, rund 50 Beschäftigte fehlen dem Betrieb momentan. Dennoch: Der Hof muss weiter bewirtschaftet werden.

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Mehr Marketing und Betriebswirtschaft

Sie wird dabei Nachfolgerin des Landwirts Johannes Jüngst. Da Pflüger keine Landwirtin ist, wird sich der Hof in Zukunft stärker auf die Bedürfnisse der Kunden ausrichten – ein Bereich, in dem die Chefin bereits viele Erfahrungen hat.

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„Wir produzieren noch zu häufig irgendwas, weil wir es können, aber nicht, weil wir den Markt dafür haben“, sagt Pflüger. Es ist ihr aber bereits gelungen, neue Abnehmer zu finden: „Wir verfüttern viel weniger Obst und Gemüse an unsere Tiere und verkaufen verstärkt auch an Großhändler. Das ist ein erster Erfolg“, sagt sie. Auch die Arbeit mit behinderten Menschen möchte sie in Zukunft auf dem Hof ausbauen.

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