Vorwurf Körperverletzung: Schüler zeigt Lehrkraft der Martin-Luther-King-Gesamtschule an

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Der Polizei liegt eine Anzeige wegen Körperverletzung an der Martin-Luther-King-Gesamtschule in Dortmund vor. Die Schulaufsicht kümmert sich um den Fall. Der betroffene Schüler spricht von Mobbing.

Dorstfeld, Marten

, 05.03.2020, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist Dienstag (18.2.), als Hadi Fakih (13) sich mit einem Freund in der Mensa der Martin-Luther-King-Gesamtschule (MLKG) kabbelt. „Spaßkämpfe“, wie er es beschreibt. Am Ende habe er seinem Freund sein Kaugummi an den Pullover geklebt.

„Als ich es direkt wieder abnehmen wollte, ist es auf den Boden gefallen“, erzählt der 13-jährige Martener. Daraufhin sei eine Lehrkraft, die er zwar kenne, bei der er aber keinen Unterricht habe, auf ihn zugestürmt. „So leicht kommst du mir nicht davon“, seien die Worte gewesen. „Obwohl ich das Kaugummi gerade aufheben wollte“, sagt Hadi.

Dann soll die Lehrkraft ihn so heftig gegen die Brust gestoßen haben, dass er zwei Tage lang Schmerzen hatte. Der Punkt, der das Fass für seine Mutter zum Überlaufen bringt. Hela Fakih zeigt die Lehrkraft an.

Polizei und Schulaufsicht sind involviert

„Uns liegt eine Anzeige wegen Körperverletzung im Amt vor“, bestätigt Polizei-Sprecherin Dana Seketa. „Die Kollegen haben den Fall aufgenommen, im Zweifel wird es zu Vernehmungen kommen.“

Die Ermittlungen gegen die Lehrkraft der Dorstfelder Gesamtschule laufen. Auch die Obere Schulaufsicht in Arnsberg ist involviert. „Der Fall ist hier bekannt und wird von uns begleitet“, sagt Pressesprecherin Anna Carla Springob.

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Wegen der laufenden Ermittlungen gebe es derzeit keine weiteren öffentlichen Informationen. Auch, was der Lehrkraft im schlimmsten Fall blüht, ist bislang unklar.

„Es hängt davon ab, was die polizeilichen Ermittlungen ergeben“, erklärt Anna Carla Springob. „Und bei möglichen Konsequenzen kommt es ohnehin auf den Einzelfall an.“

„Es sind einige Lehrkräfte, die die Schüler mobben“

Hadi Fakih geht seit Montag (2.3.) wieder in die Schule. „Wir hatten Angst, dass er sonst Probleme bekommt“, erklärt die Mutter des Siebtklässlers. Eigentlich wäre es Hela Fakih lieber, ihr Sohn würde die Schule wechseln.

„Aber ich möchte bei meinen Freunden bleiben“, erklärt Hadi. Einer seiner Freunde, James Aghedo, sitzt mit am Küchentisch, als Hadi und seine Mutter erzählen. Er war nicht bei dem Vorfall am 18. Februar dabei.

„Ich wurde auch schon von derselben Person grundlos geschubst“, erzählt James. „Kinder werden immer nur angeschrien.“ Kein Einzelfall also? Nein, sagen Hadi und sein Freund. „Aber es sind einige Lehrkräfte, die die Schüler mobben“, erzählt Hela Fakih.

Oft sei Hadi weinend nach Hause gekommen, weil Lehrkräfte ihn beleidigt oder unfair behandelt haben sollen. Sie habe deshalb schon häufig Gespräche an der MLKG geführt, geholfen habe bislang nichts. Hadi werde weiter gemobbt – ebenso wie einige seiner Mitschüler.

Sozialarbeiter versucht, zu vermitteln

„Mein Sohn macht bestimmt nicht alles richtig, aber wenn er wirklich etwas falsch macht, dann steht er auch dazu und nimmt die Strafarbeit an“, sagt Hela Fakih. „Aber Gewalt, wenn Lehrkräfte nicht weiter wissen? Das geht nicht.“

Der Sozialarbeiter habe versucht zu vermitteln, wenn Hadi mit einem Problem zu ihm kam, in den meisten Fällen allerdings erfolglos. Im aktuellen Fall habe sie deshalb unbedingt höhere Stellen einschalten wollen, so Hela Fakih.

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Die Lehrkraft, die ihren Sohn gestoßen haben soll, arbeitet weiter. „Die Person macht aber einen großen Bogen um mich und schüttelt den Kopf“, erzählt Hadi. Schulleiterin Jutta Espe möchte sich auf Anfrage nicht öffentlich äußern und verweist auf die laufenden Ermittlungen. Auch die beschuldigte Lehrkraft sagt deshalb nichts zu dem Vorfall.

„Ich verstehe einfach nicht, warum so etwas passiert“, sagt Hela Fakih. „Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen – ich hatte nie Probleme. Mein ältester Sohn wurde an seiner Schule unterstützt. Das, was hier passiert, ist unglaublich.“

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