Dass Sankt Martin in einigen Schulen und Kindergärten wegen Corona ausfallen muss, ist schade. Aber kein Weltuntergang. © Stephan Schütze (Archiv)
Kommentar

Martinszüge abzusagen ist absolut richtig

Kindergärten und Schulen in Dortmund sagen Martinsumzüge ab. Die Gründe dafür sind absolut nachvollziehbar, findet unser Autor – auch, wenn enttäusche Eltern gern mit vollen Stadien argumentieren.

Erste Grundschulen und Kindergärten in Dortmund haben ihr Martinsumzüge abgesagt oder feiern im ganz kleinen Rahmen, teils sogar ohne Geschwister. Die Gründe: Bedenken wegen der 3G-Kontrollen und Corona-Regeln und eine hoher organisatorischer Aufwand für die dazugehörigen Kontrollen.

Und das ist gut so. Lehrerinnen und Erzieher müssen so etwas nicht leisten. Denn wenn dabei Fehler passieren, fangen die Probleme erst so richtig an.

Sankt Martin sollte kein Superspreader-Event werden

Viele Kinder sind zudem nicht geimpft, Abstandsregeln sind besonders mit kleineren Kindern eher schwierig einzuhalten. Und die Inzidenz in jungen Altersgruppen ist besonders hoch. Das birgt auch Gefahren für Großeltern, Tanten, Onkel und so weiter.

Gerade in den sozialen Medien gibt es teilweise sogar wütendes Unverständnis darüber, dass die Martinsumzüge ausfallen, aber der Signal-Iduna-Park oder die Dortmunder Clubs prall gefüllt sein dürfen. Dort gibt es allerdings auch Einlasskontrollen, die penibel eben genau das tun und die 3G-Regeln überprüfen. Schließlich ist noch immer Corona-Pandemie.

Natürlich ist es schade, dass für die Kinder nun zum zweiten Mal in Folge der Laternenmarsch in der Schule oder im Kindergarten ausfällt. Aber es ist nicht alles verloren. Der große Martinsumzug im Westfalenpark – professionelle Kontrollen inklusive – kann zum Beispiel eine echte Alternative sein. Oder eben der kleinere Umzug im Kreis der Familie. Und im nächsten Jahr sieht bestimmt auch wieder alles anders aus.

Über den Autor
Reporter
1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
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Robin Albers