Maskenpflicht bei Ikea: Möbelhaus lässt niemanden ohne Schutz rein

rnCoronavirus

Der Möbelriese Ikea kennt bei der Maskenpflicht kein Pardon: Ohne Mund-Nasen-Schutz darf dort niemand einkaufen – auch Menschen nicht, die ein ärztliches Attest vorlegen. Das sorgt für Ärger.

Kley

, 10.11.2020, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dortmunder Ikea-Kunden sind empört: Obwohl sie lungenkrank und aufgrund eines ärztliches Attests von der Maskenpflicht befreit sind, müssen sie beim Einkauf im Einrichtungshaus einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Diese Regel gilt bereits seit Monaten bundesweit in allen Ikea-Möbelhäusern.

„In welcher Welt leben wir eigentlich?“, fragt eine Dortmunderin. Was sie zusätzlich trifft, sind Bemerkungen von vermeintlich gesunden Menschen: „Sie sagen, wer aufgrund einer Erkrankung keine Masken tragen kann, soll doch einfach zu Hause bleiben, um andere nicht anzustecken.“

Die Ikea-Unternehmensführung weiß um die Problematik. „Tatsächlich haben wir uns die Entscheidung nicht einfach gemacht. Wir sind uns bewusst, dass wir Menschen, die ärztlicherseits vom Tragen einer Maske freigestellt sind, damit eventuell auch verärgern“, schreibt Unternehmens-Sprecherin Nathalie Schmoll auf Anfrage dieser Redaktion.

Jetzt lesen

Doch die Regel sei alternativlos: „Um die Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeitenden bestmöglich zu schützen, haben wir uns entschieden, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Besuch eines Ikea-Einrichtungshauses sowie bei der Nutzung des Services ,Click & Collect‘ bis auf Weiteres verpflichtend zu machen.“

Ikea akzeptiert auch Schal, Tuch oder Rollkragenpullover

Um dies für Kunden mit vorliegendem Attest so angenehm wie möglich zu gestalten, akzeptiere man auch einen Schal, ein Tuch oder einen Rollkragenpullover als Schutz. „In allen deutschen Einrichtungshäusern – und somit auch in Dortmund – bieten wir den betroffenen Kunden ebenfalls ein Schutzschild als Alternative an“, so Nathalie Schmoll.

Diese Vorgehensweise werde dabei auch durch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes bestätigt. „Sie befürwortet den von Ikea gewählten Weg, Menschen mit medizinischem Attest einen durchsichtigen Schutzschild anzubieten.“

Gefälschte Atteste zum Download im Internet

In der Vergangenheit seien vermehrt gefälschte Atteste zum Download im Internet angeboten worden, schreibt Nathalie Schmoll. „Für unsere Sicherheitskräfte ist es unmöglich, die Echtheit eines Attests zu überprüfen.“ Darüber hinaus riefe der Anblick von Kunden ohne Mund-Nasen-Schutz auch bei anderen Kunden den Wunsch hervor, die Maske abzunehmen.

„Mit der getroffenen Entscheidung wollen wir verhindern, dass die Infektionsgefahr für unsere Kunden und Mitarbeitende dadurch steigt, dass die Zahl der Kunden, die sich ohne Maskenschutz im Einrichtungshaus aufhalten, zunimmt. Wir sehen hier ganz explizit auch unsere Verantwortung als Arbeitgeber, unsere Mitarbeitenden zu schützen“, schreibt die Unternehmens-Sprecherin.

Jetzt lesen

Ikea unterscheide grundsätzlich zwischen Mund-Nase-Schutz und Visier, betont Nathalie Schmoll. „Für unsere Besucher gilt, dass sie einen Mund-Nase-Schutz tragen müssen. Ein Visier bieten wir als Alternative ausschließlich jenen Kunden an, die aufgrund eines ärztlichen Attests davon befreit sind.“

Dieses Visier sei allerdings kein Mund-Nase-Schutz im eigentlichen Sinne und daher kein Ersatz für das Tragen einer Mundmaske, so Schmoll. Die von Ikea gestellten Visiere würden natürlich vor jeder Weitergabe an den nächsten Kunden desinfiziert.

Das Dortmunder Ikea-Möbelhaus befindet sich im Indupark Kley, Borussiastraße 120. Es hat täglich außer sonntags von 10 bis 20 Uhr, freitags und samstags bis 21 Uhr geöffnet.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt