Maskenpflicht im Corona-Hotspot: Dutzende Verstöße in nur einer Stunde

rnMaskenpflicht

Der Stadtbezirk Huckarde gilt als Corona-Hotspot, doch trotzdem sehen einige Bürger die Maskenpflicht offenbar eher als Empfehlung - wie eine Beobachtung unserer Redaktion zeigt.

Huckarde

, 27.10.2020, 13:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mindestens 6000 Euro sind dem Dortmunder Ordnungsamt am Dienstagmorgen in Huckarde alleine zwischen 9 und 10 Uhr durch die Lappen gegangen.

Innerhalb von nur dieser einen Stunde sind einer Beobachtung unserer Redaktion zufolge fast 40 Huckarder ohne Maske über den Markt gelaufen. Lässt man sich ohne Maske in einer Zone erwischen, in der das Tragen dieser seit Neustem vorgeschrieben ist, droht ein Bußgeld von 150 Euro. Das „Dorf“ durchquerten innerhalb der einen Stunde etwa 300 Huckarder.

Konsequente Maskenverweigerer

Wer sich die Marktbesucher einmal genau anschaut, macht vier unterschiedliche Kategorien von Menschen aus:

1. die Maskenverweigerer, die voller Elan über den Markt marschieren und sich ihres Vergehens entweder nicht bewusst sind oder es schlichtweg ignorieren. Das jedoch ist praktisch schwierig: die Maskenpflicht-Schilder hängen offensichtlich auf allen Seiten des Marktes.

2. jene Menschen, die die Maske unterhalb des Kinns befestigen, um sie sich schnell über die Nase ziehen zu können, sollte doch ein Ordnungswächter auftauchen. Ebenfalls zu sehen sind solche Marktbesucher, die sich die Maske modisch um den Arm gewickelt oder ihre Maske Handtaschen-ähnlich spazieren führen.

Die Maske ist kein Mode-Accessoire, sondern gehört über Mund und Nase.

Die Maske ist kein Mode-Accessoire, sondern gehört über Mund und Nase. © dpa-tmn

Viele tragen Maske

3. die Huckarder, die direkt vor dem Hinweisschild stehen bleiben, das auf die Maskenpflicht hinweist, dort ihr Gespräch beenden oder den letzten Rest Zigarettenrauch in die Luft pusten, bevor sie die Maske aufsetzen, um über den Markt zu laufen.

Und 4. die Mehrzahl; diejenigen, die konsequent von Beginn an ihre Maske tragen - so, wie es sein soll.

Ignoranz und Einsicht

Vom Ordnungsamt der Stadt Dortmund war am Dienstagmorgen keine Spur zu stehen. Stattdessen waren zwei „Quartierskümmerer“ der Stadt Dortmund vor Ort, die nach eigener Beschreibung „Augen und Ohren des Bezirks“ sind.

Beide Quartierskümmerer sprachen Huckarder ohne Maske auf die Maskenpflicht an - mit mehr oder weniger Erfolg. Eine Dame stellte sich taub und drehte sich weg, eine andere entschuldigte sich und zog die Maske aus der Tasche.

Auf Vergehen ansprechen

„Wir haben nicht die Autorität, Bußgelder zu verteilen“, erklärte einer der Quartierskümmerer. Doch fast alle Huckarder zeigten Verständnis, würden sie auf die Maskenpflicht angesprochen. „Es hilft, für die Stadt zu arbeiten“, gesteht der Kümmerer. „Einen Mitbürger würde man vermutlich weniger ernst nehmen.“

Und das fällt auf, denn von den maskenlosen Huckardern wurde kein Einziger von seinen Mitbürgern darauf angesprochen.

Lesen Sie jetzt