„Zweite Welle ist da“: Maskenpflicht im Freien wird in Dortmund ausgedehnt

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Die Maskenpflicht im Freien wird auf weitere Bereiche ausgedehnt. Und es gibt noch mehr Regel-Verschärfungen. Gesundheitsamts-Chef Dr. Frank Renken zeichnet ein dramatisches Bild.

Dortmund

, 15.10.2020, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem deutlichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen bis zur Inzidenz von 50,7 am Donnerstag (15.10.) gilt Dortmund als Corona-Hotspot. Deshalb werden die Regeln weiter verschärft. Norbert Dahmen, Rechtsdezernent der Stadt Dortmund und Leiter des Krisenstabs, kündigte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag bereits für Freitag (16.10.) eine neue Allgemeinverfügung der Stadt an.

Mit Zustimmung der Bezirksregierung berücksichtige die neue Allgemeinverfügung schon die Vereinbarungen, die am Mittwoch von der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder getroffenen wurden. Dortmund gehe mit seiner neuen Allgemeinverordnung auch über die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landes hinaus.

Kontrolle der Maskenpflicht

Danach wird die Maskenpflicht, die seit Dienstag für den Westen- und Ostenhellweg gilt, auf das Brückstraßenviertel und die Fußgängerzonen in den Stadtbezirken während der Hauptgeschäftszeiten ausgedehnt. An den betroffenen Straßen werden ab morgen entsprechende Hinweisschilder – zunächst auf dem Osten- und Westenhellweg – aufgestellt. Dahmen: „Wir wollen die Bürger und die Gäste aufklären.“ Die Maskenpflicht werde kontrolliert und bei Verstoß mit Bußgeldern geahndet, kündigte Dahmen an.

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Zudem dürfen sich in Dortmund nur noch fünf Personen im öffentlichen Raum treffen. Bei privaten Festen und Veranstaltungen im öffentlichen Raum wie Hochzeiten und runden Geburtstagen sind nur noch höchstens 25 Personen erlaubt. Schon ab 11 Personen müssen die Feiern beim Ordnungsamt angezeigt werden, „damit die Kontakte, falls es zur einer Infektionslage kommt, nachverfolgt werden können“, so Dahmen.

Sperrstunde ab 23 Uhr

Bei besonderen Veranstaltungen im Außenbereich sind nur noch 500 Personen zugelassen, in geschlossenen Räumen nur noch maximal 250. Einrichtungen wie das Konzerthaus dürfen nur noch 20 Prozent der normalen Kapazität auslasten. Waren es beim Konzerthaus bislang 500 Personen, die eingelassen werden durften, sind es ab morgen nur noch 250. Nach dem Gespräch der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten könnten sich weitere Beschränkungen runter auf 100 ergeben, so Dahmen.

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Für die Gastronomie kündigte Dahmen ab Freitag eine Sperrstunde ab 23 Uhr an. Ebenfalls ab 23 Uhr gelte ein Alkoholverkaufsverbot auch an anderen Verkaufsstellen. Dazu zählen zum Beispiel Tankstellen und Kioske. Der Krisenstabs-Leiter: „Wir wollen wieder rasch unter die 35er-Inzidenz kommen und einen Lockdown vermeiden. Wir wollen nicht, dass die Menschen krank werden.“

„Die zweite Welle ist auf jeden Fall da“

Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken erklärte, auch Dortmund habe es mit einem expotenziellen Wachstum zu tun: „Die zweite Welle ist für Dortmund auf jeden Fall da.“ Die 50er-Inzidenz werden sich in den nächsten Tagen nicht auflösen. Die Situation sei wegen der deutlich gestiegenen Fallzahlen (458 akute Positivfälle) wesentlich dramatischer als im April.

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Das durchschnittliche Alter der neu infizierten Personen sei mit 45 Jahren in den letzten Wochen um zehn Jahre gestiegen. Vor allem in den Altersgruppen über 40 Jahre steige die Zahl, warnte Renken. Das bedeute „mehr schwere Fälle, mehr beatmungsbedürftige Fälle und mehr Sterbefälle“.

Mehr schwere Verläufe

Lange Zeit habe die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern bei 12 bis 14 gelegen. Am Donnerstag betrug die Zahl 32, sagte Renken: „Die Zahl der schweren Verläufe hat deutlich zugenommen. Zwei Patienten sind zurzeit beatmungsbedürftig.“

Die Infektionszahlen seien nicht gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt, betonte Renken. Hotspot mit einer Gesamtinzidenz von 780 Infizierten (umgerechnet auf 100.000 Einwohner während der gesamten Pandemie) sei die Nordstadt.

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