Masken-Großkontrolle am Hauptbahnhof Dortmund

rnCoronaschutzverordnung

Wer am Montag (24.8.) ohne Mund-Nase-Schutz im Hauptbahnhof Dortmund unterwegs war, dem drohte ein saftiges Bußgeld: Dort lief eine großangelegte Masken-Kontrolle. Ein Besuch vor Ort.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 24.08.2020, 14:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als der junge Mann den Bahnhof betritt und dabei ziemlich nackt im Gesicht wirkt, stellen sich ihm zwei schwer ausgerüstete Polizisten entgegen. Beide Parteien schauen sich ziemlich lange in die Augen, denn es geht um nicht weniger als das gesundheitliche Gemeinwohl - und obendrein um 150 Euro.

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Am Montag (24.8.) lief im Gebäude und an den Gleisen des Dortmunder Hauptbahnhof eine Schwerpunktkontrolle zur Einhaltung der Maskenpflicht.

Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn, die Dortmunder Polizei und die Bundespolizei sowie Mitarbeiter des Ordnungsamtes achteten bei der gemeinsamen Aktion zwischen 12 und 20 Uhr in jeder Nische des Hauptbahnhofes auf Masken-Verweigerer oder einfache "Masken-Muffel".

Schwierigkeit: Maskenmuffel von Intentions-Tätern unterscheiden

Davon gibt es stetig mehr, sagt Julia Limia y Campos, Pressesprecherin des Bahn-Unternehmens Abellio, das unter anderem die Regional-Expresse (RE) 1 und 11 betreibt: "Die Maskenpflicht ist mittlerweile in den Köpfen angekommen." Da man sich mittlerweile so an das Tragen der Maske in öffentlichen Gebäuden gewöhnt habe, komme es auch vermehrt zu routinierter Vergesslichkeit. Diese Vergesslichkeit dann von einer rücksichtslosen Absicht zu unterscheiden, sei das aktuelle Hauptproblem für die Beamten.

"Wenn jemand den Bahnhof betritt und dabei offensichtlich seine Maske vergessen hat aufzuziehen, weisen die Ordnungskräfte die Person freundlich auf den Fehler hin und die Sache ist geregelt", so Limia y Campos. Komme es allerdings auch nur zur dem Hauch einer Diskussion, aus welcher sich herausstelle, dass der Beschuldigte keine rechtskräftige Erklärung für das Fehlen der Maske parat habe, sei sofort das Bußgeld fällig.

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Rund 40 Maskenkontrolleure am Hauptbahnhof

So ist es dann auch im Fall des jungen Mannes geschehen, der vor den Polizeibeamten nach kurzer Verwunderung mit einem lässigen Griff in die Hosentasche seine Maske zückte, diese aufzog und abnickte. "Haben Sie selbst gemerkt, oder?", sagte einer der Polizisten. Aber da hatte er ihnen schon den Rücken zugekehrt.

Bei einem erneuten Verstoß hätten ihn allerdings die rund 40 weiteren Sicherheitskräfte in Empfang genommen, die schätzungsweise zu diesem Zeitpunkt am Hauptbahnhof im Einsatz waren.

Insgesamt wurden am Montag (24.8.) bei den NRW-weiten Kontrollen 176 Menschen ohne Maske angetroffen. Wie viele Bußgeldverfahren sich daraus ergeben, konnte das Verkehrsministerium am Montagabend nicht sagen.

Auf mehrfache Nachfrage bei Verkehrsministerium, Bundespolizei sowie Stadt Dortmund konnte man bis Montag (18 Uhr) ebenfalls keine Angaben über die Zahl der in Dortmund angetroffenen Menschen ohne Mundschutz und der verhängten Bußgelder machen.

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