Massive Gewalt von Dynamo-Fans gegen die Polizei

BVB gegen Dresden

Das DFB-Pokalspiel des BVB gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden wurde von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Dynamo-Fans und der Polizei überschattet. Weil einige Dresdner-Ultra-Fans als gewalttätig bekannt sind, galt für die Polizei ohnehin höchste Sicherheitsstufe. Zu recht: Es gab massive Ausschreitungen rund um das Spiel mit mehreren Festnahmen und Verletzten.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann und Oliver Volmerich

, 25.10.2011, 00:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

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Vor dem Spiel: Dynamo-Fans auf dem Weg ins Stadion

Lautstark, stimmungsvoll und überwiegend friedlich haben die Fans des Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund das Stadion erreicht. Einige ubelehrbare Gewalttäter haben die Anonymität der Masse genutzt, um Polizisten mit Wurfgeschossen anzugreifen.
25.10.2011
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Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg ins Stadion der Dortmunder Borussen.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg ins Stadion der Dortmunder Borussen.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg ins Stadion der Dortmunder Borussen.© Foto: Peter Bandermann
Während die Polizei die Dresdener Fans über die Ardeystraße leitete, warteten diese Fans in Sicherheitheit neben der Polizei-Reiterstaffel.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei sperrte die Ardeystraße, während mehrere tausend Dynamo-Fans von Einsatzhundertschaften vom Parkplatz E3 zum Stadion geführt wurden.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei sperrte die Ardeystraße, während mehrere tausend Dynamo-Fans von Einsatzhundertschaften vom Parkplatz E3 zum Stadion geführt wurden.© Foto: Peter Bandermann
Die BVB-Ordner Viktor Minakow, Sonja Lehmann und Sascha Fiedler (von links) stehen auf der Ardeystraße im Stau - und fiebern dem Anpfiff entgegen.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei sperrte die Ardeystraße, während mehrere tausend Dynamo-Fans von Einsatzhundertschaften vom Parkplatz E3 zum Stadion geführt wurden.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei sperrte die Ardeystraße, während mehrere tausend Dynamo-Fans von Einsatzhundertschaften vom Parkplatz E3 zum Stadion geführt wurden.© Foto: Peter Bandermann
Dresdener Fans am E3-Parkplatz.© Foto: Peter Bandermann
Am Parkplatz "E3" verbreiteten die Fans aus Dresden gute Stimmung.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg zum Stadion. Die meisten waren friedlich und verbreiteten eine euphorische Stimmung.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg zum Stadion. Die meisten waren friedlich und verbreiteten eine euphorische Stimmung.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg zum Stadion. Die meisten waren friedlich und verbreiteten eine euphorische Stimmung.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei führte mehrere Fans aus Dresden von einem Parkplatz zum Singal-Iduna-Park.© Foto: Peter Bandermann
Für diese Dynamos war der Auftritt ihrer Fans in Dortmund eine Filmaufnahme wert.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei führte mehrere Fans aus Dresden von einem Parkplatz zum Singal-Iduna-Park.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei führte mehrere Fans aus Dresden von einem Parkplatz zum Singal-Iduna-Park.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei führte mehrere Fans aus Dresden von einem Parkplatz zum Singal-Iduna-Park.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann

Die Bilanz der Polizei: "Es war ein sehr schwieriger Einsatz", erklärt Einsatzleiter Peter Andres gegen Mitternacht. Auch während das Spiels habe man einschreiten müssen, nachdem Dresdner, die sich von Dortmunder wohl verbal provoziert fühlten, die BVB-Ordner überrannten. Sorgen bereite auch die Tatsache, dass einige Gewaltbereite Eisenstangen aus den Sitzbereichen herausgerissen hatten. Teilweise musste die Polizei Reizgas einsetzen. Man sei massiv körperlich angegriffen worden und habe sich zur Wehr setzen müssen, so Andres. Noch immer gibt es in der Innenstadt vereinzelte Auseinanandersetzungen zwischen Dresdner und Dortmunder "Fans".

In der Innenstadt gibt es offenbar mehrere kleinere Brandherde - meist Pyrotechnik, die weiter abgebrannt wird. Auch Krankenwagen sind im Einsatz. Es gab nach Auskunft der Feuerwehr bislang aber "nur" eine Handvoll ernsthafter Rettungseinsätze rund um das Pokalspiel. Unter anderem soll es Verletzungen durch Glasscherben gegeben haben.

"Das ist schrecklich, was da abgelaufen ist. Das tut mir für die Verantwortlichen von Dynamo Dresden leid", sagt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im ZDF zu den Vorkommnissen rund um das Spiel.

Nach Auskunft der Polizei haben die Dresdner Ultras wohl im Stadion mächtig randaliert. "Die haben den gesamten Catering-Bereich auseinandergenommen", so ein Sprecher. Auf dem Weg der Dynamo-Anhänger zu den Busparkplätzen werden wieder Böller gezündet.

Es kommt auch wieder zu Verkehrsbehinderungen über den normalen Abreiseverkehr hinaus. Die Ardeystraße ist für das Polizeigeleit der Dynamo-Anhänger wieder teilweise gesperrt.

Lange Zeit haben einige "Fans" noch auf der Nordtribüne randaliert. Der Großteil der Dresdner ist jetzt auf den Fußweg in Richtung Busparkplätze - begleitet von einem starken Polizeiaufgebot. Viele Fans aus Dresden, die man anspricht, sagen, sie schämen sich für das Auftreten der Dresdner Ultras. Ein Fußballanhänger aus Zwickau, der mit seinem zehnjährigen Sohn nach Dortmund gekommen ist, meint: "Die sollen zuhause bleiben."

Im Moment ist es noch ruhig auf dem Stadionvorplatz,meldet unser Reporter vor Ort. Die friedlichen Fans von BVB und Dynamo treten gemeinsam den Heimweg an. Aber der harte Kern der Ultras ist wohl noch im Stadion und wird von der Polizei vor der Nordtribüne erwartet.

"So was hat im deutschen Profi-Fußball nichts zu suchen", sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc mit Blick auf die Chaoten unter den Fußball-Fans. Im Dresdner Block werden derweil wieder Böller gezündet. Rauch steigt an der Nordtribüne auf. 

Abpfiff im Signal Iduna Park. Der BVB gewinnt 2:0 gegen Dresden. Doch jetzt drohen neue Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Ultra-Fans und der Polizei.

Auch vor dem Stadion herrscht große Anspannung. Die Polizei hat extrem aufgerüstet. Polizisten auf dem Vorplatz haben in Erwartung der Fans, die nach dem Spiel das Stadion verlassen, Ganzkörperschutz angelegt. Insgesamt ist von 400 gewaltbereiten so genannten "Fans" die Rede - und das auf beiden Seiten. Auch auf Dortmunder Seite hat die Polizei Gewaltbereitschaft festgestellt. 

Erneute Spielunterbrechung, weil es wieder Unruhe und Polizeieinsätze gibt. Dynamo-Fans haben von der Nordtribüne aus, BVB-Ordner überrannt und benachbarte Tribünenblöcke gestürmt. Behelmte Polizisten gehen dazwischen. Einige Eltern mit Kindern verlassen fluchtartig das Stadion, meldet unser Reporter vor Ort.

Mal wieder was Sportliches: 2:0 für den BVB nach toller Aktion von Mario Götze.

Kaum ist die zweite Halbzeit angepfiffen, gibt es neue Probleme. Im Dresdner Block brennen riesige  bengalische Feuer. Ein Pyrostab landete am Tor des BVB. Das Spiel muss kurz unterbrochen werden.

Endlich mal eine gute Nachricht aus dem Stadion: 1:0 für den BVB in der 30. Minute durch Robert Lewandowski.

Auch während des Spiels gibt es einen ersten Zwischenfall. Bei einem Eckball des BVB flog offensichtlich ein Gegenstand aus dem Dresdner-Fanblock. Auch von Irritationen der Spieler durch Laserpointer ist die Rede.

Vor dem Anpfiff wurden zwei Dresdner Fans festgenommen. Durch Flaschenwürfe bzw. Pyrotechnik sowie den Einsatz von Pfefferspray wurden insgesamt 15 Personen leicht verletzt.  

Update 20.28 Uhr: Das Spiel fängt wegen der Verkehrsprobleme voraussichtlich 15 Minuten später an. Anpfiff sollte eigentlich um 20.30 Uhr sein. Zur Verzögerung kommt es in Absprache mit dem Schiedsrichter unter anderem, weil auch die Mannschaftsbusse im Stau standen und mit Verspätung am Stadion eintrafen. Die Lage mit den rabiaten Dynamo-Fans war zwischenzeitlich wohl dramatisch. Es bestand die Gefahr, dass einige Ultras das Stadion stürmen wollten, so die Polizei. Einsatzleiter Peter Andres befürchtet, dass es in aufgeheizter Stimmung auch nach dem Spiel zu Auseinandersetzungen mit gewalttätigen Fans kommen könnte.Update 20 Uhr: Einsatzleiter Peter Andres und Polizeispecher Kim Ben Freigang spechen von "massiver Gewalt" gegen Einsatzkräfte der Polizei. In dieser Dimension sei dies noch nie vorgekommen. Polizisten sind vor dem Stadion gezielt mit Feuerwerkskörpern und Flaschen beworfen worden. Update 19.18 Uhr: Auch der Verkehr rund ums Stadion bereitet Probleme. Auf den Zufahrtsstraßen kommt es zu langen Staus. Ein Grund ist, dass die Ardeystraße wegen des Anmarsches der Dresden-Fans zeitweise von der Polizei gesperrt wurde. Aber auch die Wittekindstraße ist nach Angaben von Augenzeugen dicht.Update 19 Uhr: Inzwischen ist der harte Kern der Dynamo-Fans am Stadion angekommen. Ein Teil der als gewalttätig bekannten Anhänger hatte zuvor beim Weg vom Parkplatz am Eintracht-Sportzentrum zur Strobelallee versucht, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Dabei war es auch zu Flaschen- und Böllerwürfen gekommen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Die Lage sei aber unter Kontrolle, so ein Polizeisprecher.Update 18.24 Uhr: Trotz Böller- und Flaschenwürfen: die überwiegende Mehrheit der Dresden-Fans zieht friedlich zum Stadion. "Die sind sehr laut und machen gut Stimmung", berichtet unser Reporter vor Ort. Die BVB-Fans müssen sich also heute Abend ins Zeug legen.Update 18.07 Uhr: Die Polizei führt derzeit mehrere tausend Dresdner Fans vom Parkplatz E3 quer über die Ardeystraße zum Signal Iduna Park. Immer wieder werfen Fans Chinaböller in die Menge und zünden "Bengalos". Vereinzelt fliegen Flaschen in Richtung der Polizeibeamten. Die Stimmung ist laut, zu größeren Ausschreitungen kommt es bisher aber nicht.Update 16.40 Uhr: Inzwischen treffen auf dem Parkplatz zwischen Stadion und Westfalenpark immer mehr Dresden-Fans ein. Die Stimmung ist aber auch hier friedlich. Zur Versorgung der Fußball-Anhänger gibt es hier Getränkestände und Stände mit Fan-Artikeln. Hoch im Kurs ist das schwarz-gelbe T-Shirt mit der Aufschrift "Europa wir kommen", mit dem die Dresdner ihren Anspruch unterstreichen, ins Pokalfinale einziehen zu wollen. Immerhin hatten sie in der letzten Pokalrunde den Bundesligisten Bayer Leverkusen ausgeschaltet.Der ursprüngliche Bericht: Noch herrscht weitgehend Ruhe in der Stadt, meldet unser Reporter. Auf dem Friedensplatz sind gut zwei Dutzend Polizei-Mannschaftswagen aufgefahren. Doch die Beamten sind vor dem Rathaus noch unter sich. Auch in den Straßen der Innenstadt fährt die Polizei verstärkt Streife. Zwei geplante Fan-Märsche von Ultra-Gruppen aus Dresden und Dortmund waren zuvor abgesagt worden. Die Polizei hatte deutlich gemacht, dass sie keine Aufmärsche von Fan-Gruppen in der Stadt dulden werde. Die Dresden-Fans treffen sich nun wie empfohlen am Nachmittag auf dem Parkplatz vor dem Eintracht-Sportzentrum, um später gemeinsam zum Stadion zu ziehen. Vereinzelt sind kleinere Fan-Gruppen in Schwarz-Gelb in der City unterwegs. Wobei auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden ist, ob es sich um Dortmund- oder Dresden-Fans handelt. Denn Dynamo wie BVB tragen traditionell die gleichen Farben. Für das Spiel im Signal Iduna Park wurden 72.000 Karten verkauft. Aus Dresden werden rund 10.000 Fans erwartet. Anpfiff ist um 20.30 Uhr. Die Partie wird live im ZDF übertragen.Wir berichten weiter über die Lage in der Innenstadt rund um das Pokal-Spiel.

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