Mehr als 400 OGS-Plätze fehlen in Dortmund

Kinderbetreuung

Für Eltern schulpflichtiger Kinder wird es immer schwieriger in Dortmund einen Platz in der Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) zu bekommen. Aktuell stehen 425 Familien an 40 Dortmunder Schulen auf der Warteliste, wissen also noch nicht, ob ihr Kind nachmittags betreut wird. Mit dieser Unklarheit sind oft existenzielle Fragen verbunden. Ein Überblick über die Situation in Dortmund.

Dortmund

, 03.07.2017 / Lesedauer: 3 min

Wie sich die Unsicherheit anfühlt, wissen gerade zahlreiche Eltern aus dem Dortmunder Süden zu erzählen, die an der Höchstener Grundschule einen OGS-Platz benötigen. Erst in der vergangenen Woche hat sich geklärt, dass die Schule statt der zunächst prognostizierten 95 OGS-Plätze 110 Kinder aufnehmen darf. 

Die Bezirksregierung Arnsberg musste zunächst das Gesamtbudget der Stadt für die rund 10.000 OGS-Plätze absegnen. Das städtische Schulamt verschickt dann kurz vor den Sommerferien die Bewilligungsbescheide. Die Schulen selbst sind in dieser Entscheidung außen vor. Eltern beklagen, dass sie über Wochen keine Informationen zum Stand ihrer Anmeldung erhalten hätten.

OGS-Platz oder Kündigung

Insgesamt hat die Höchstener Grundschule 118 Anmeldungen. Selbst durch die Aufstockung bleiben also möglicherweise einige Familien außen vor. „Wer keinen Platz kriegt, kann nur noch seine Arbeitsstelle kündigen“, sagt eine Mutter eines künftigen Erstklässlers. Trotz der Aussicht auf eine Lösung: Das In-der-Luft-hängen der vergangenen Monate hat Energie gekostet.

Janine Dieckmann-Giordano, Leiterin der Höchstener Grundschule begegnet diesem Dilemma regelmäßig. „Beinahe alle Elternteile arbeiten heutzutage. Bekommen sie keinen Platz, müssen sie sich selbst um die Betreuung kümmern. Kein Gesetz steht ihnen zur Seite.“

Der Bedarf wird laut Stadtsprecherin Anke Widow zu drei Zeitpunkten abgefragt (November, Februar und Juni), um ein realistisches Bild zu haben. „Wir wissen, dass die Eltern die Plätze immer mehr nachfragen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein zentrales Thema“, sagt Anke Widow. Dem gerecht zu werden sei schwierig.

Lange Warteliste trotz Förderung

Obwohl in den vergangenen Jahren schon viel aufgeholt worden sei, bleibt die die Warteliste lang. Das liegt vor allem daran, dass viele Schulen baulich und personell nicht die Voraussetzungen erfüllen, um die Kapazität zu erhöhen. In der erst in diesem Frühjahr neu eröffneten Höchstener Grundschule gibt es ausreichend Räume und Mitarbeiter. In vielen älteren Schulgebäuden ist das anders.

In den Ausbau der OGS fließt Geld aus dem Förderprogramm „Gute Schule 2020“. 530 neue Plätze sollen entstehen (von 10.070 auf 10.600) – und zwar möglichst zielgerichtet dort, wo besonders viele fehlen.

Im Mai hatte Schuldezernentin Daniela Schneckenburger auf Anfrage der Grünen im Schulausschuss zuletzt Zahlen vorgestellt. Demnach fehlen Plätze vor allem im Stadtbezirk Mengede, auch in der Nordstadt und in Huckarde sind die Wartelisten länger als anderswo.  Rechnerisch steht in Dortmund für jedes zweite Kind ein Platz an der Offenen Ganztagsschule (OGS) zur Verfügung. An den verschiedenen Standorten schwankt die Versorgung zwischen 20 und 65 Prozent.

Hier fehlen die meisten Plätze

Die fünf Schulen, an denen die meisten Plätze fehlen, sind:

Der Offene Ganztag
Die Kombination aus Schule und Kinderbetreuung gibt es in Dortmund seit 1990. Am Anfang noch ein Experiment, ist sie heute ein zentraler Bestandteil des Schulwesens geworden. Es besteht kein Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz.

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