Mehr Busse in Dortmund reichen nicht aus: Schüler kommen zu spät

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Eines der Probleme des Corona-Schulstarts ist die sichere Anfahrt mit Bus und Bahn. In Dortmund ist eine der ausgelasteten Linien so voll wie eh und je. Die Folge: Schüler sind zu spät.

von Alexandra Wachelau

Kirchhörde

, 18.08.2020, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr Busse, mehr Abstand: Unter diesem Motto fährt die DSW21 gerade mit doppelt so vielen öffentlichen Verkehrsmitteln durch Dortmund. Dennoch gibt es vermehrt Elternteile und Schüler, die die Situation in Bus und Bahn regelrecht als gefährlich wahrnehmen: Abstand zu halten sei nicht immer möglich.

Fahrgästen fallen keine zusätzlichen Busse und Bahnen auf

„Es hat sich nichts geändert. Es war schon vor Corona voll und wir bemerken keinen Unterschied im Fahrplan“, sagt Dagmar Kurth. Sie hat ihre Tochter zum Schulstart zur Haltestelle Kirchhörde begleitet und fiel vor Ort aus allen Wolken.

„Wir wähnten uns in Sicherheit, als wir hörten, dass die DSW21 zusätzliche Busse einsetzt“, sagt Dagmar Kurth. Doch sie sah keine ersichtliche Änderung im Busfahrplan – und auch keine Änderung an den oftmals überfüllten Busse.

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So habe ihre Tochter auf dem Hinweg zur Schule fast die erste Stunde verpasst, während sie auf dem Rückweg einmal 40 Minuten warten musste. In die vorher fahrenden Busse mochte sie nicht einsteigen: Die waren heillos überfüllt.

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„Das ist in Corona-Zeiten nicht zumutbar“, sagt Kurth. Während ihre Tochter nun einen früheren Bus zur Schule nimmt, hat die Mutter Kontakt zur DSW21 aufgenommen.

„Bei uns rollt alles, was rollen kann“

DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung sagt: „Wir bieten doppelt so viele Fahrten im Schulverkehr wie sonst an.“ In konkreten Zahlen seien das momentan 440 anstelle von 200 zusätzlichen Fahrten morgens und mittags. „Bei uns rollt alles, was rollen kann“, so Jung.

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Im Falle von der Linie 450, die die Tochter von Dagmar Kurth zur Schule bringt, ist diese Bilanz jedoch ernüchternd: Hier rollt nur ein einziger zusätzlicher Bus, um 7.41 Uhr halte dieser an der Haltestelle Kirchhörde. Das sei die Rückmeldung der DSW21 gewesen, die Dagmar Kurth von dem Unternehmen erhalten habe. Wegen der Corona-Krise seien die Kapazitäten ausgelastet. Mehr ginge nicht.

Der Blick auf den Fahrplan zeigt, wie oft die Busse morgens fahren.

Der Blick auf den Fahrplan zeigt, wie oft die Busse morgens fahren. © Oliver Schaper

Auch deswegen wurde der Mindestabstand in Bus und Bahn aufgehoben: Laut Informationen der DSW21 sei die dafür notwendige Menge an zusätzlichen Bussen und Bahnen „weder finanzierbar noch mittelfristig zu organisieren“.

Dabei ist die Linie 450 nicht unwichtig für den Stadtteil: Mindestens drei weiterführende Schulen werden von ihr angefahren. Schüler der Geamtschule Brünninghausen, des Max-Planck-Gymnasiums und des Helene-Lange-Gymnasiums fahren mit dieser Linie.

Dazu kommen noch die Grundschulen im Ort – und natürlich der normale Personenverkehr, der auch morgens zur Arbeit fahren muss.

DSW21 weist auf die Möglichkeit von getaktete Unterrichtszeiten hin

„Punktuell können die Fahrzeuge dennoch etwas voller werden. Dies ist auch bei Einsatz aller verfügbaren Busse und Bahnen nicht zu vermeiden“, sagt Hubert Jung. Er weist auf die Möglichkeit hin, den Unterrichtsbeginn zu takten: „Wir appellieren an dieser Stelle auch nochmals an die Schulen, den Unterrichtsbeginn nach Möglichkeit zeitlich zu staffeln“, sagt er – eine Taktik, die bereits Wochen vor Corona von dem Unternehmen angesprochen wurde, an dessen Umsetzung es bei den Schulen aber offensichtlich noch hapert.

Laut Dagmar Kurth fahren an der Haltestelle an der Hagener Strasse 310-314 zu wenig Busse während der Schulzeit.

Laut Dagmar Kurth fahren an der Haltestelle an der Hagener Strasse 310-314 zu wenig Busse während der Schulzeit. © Oliver Schaper

Dagmar Kurth, die bei der BV-Wahl in Hombruch für die SPD kandidiert, wünscht sich eine bessere Absprache – für eine enspanntere Anfahrt ihrer Tochter. Die sei damit, dass sie übervollen Busse in Corona-Zeiten nicht betreten möchte, nicht alleine, so Kurth.

„Auch ihre Schulkameraden sind vorsichtig“, sagt sie. Das heißt, dass auch andere Schüler zu früh oder zu spät an der Schule ankommen – um volle Busse zu vermeiden.

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DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung schreibt außerdem: „Erfahrungsgemäß dauert es auch ein paar Tage, bis sich alle Schüler auf Linienwege und Fahrtzeiten im Busverkehr eingestellt haben. Wo möglich, werden wir zu gegebener Zeit Anpassungen vornehmen.“

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