Mehr Personal für Polizei Dortmund: Verhaltene Reaktion im Präsidium

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„Fast alle Polizeibehörden erhalten mehr Personal.“ Das ließ das NRW-Innenministerium kürzlich verlauten. Das Dortmunder Präsidium tritt aber auf die Euphoriebremse.

Dortmund

, 20.07.2020, 13:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mehr Personal für die Polizei war eines der großen Wahlkampfversprechen der schwarz-gelben Landesregierung vor drei Jahren. Laut Innenministerium sind seitdem jedes Jahr mehr Kommissaranwärter eingestellt worden. Bis 2024 soll es in NRW etwa 1000 Polizisten mehr geben als die aktuell rund 40.000.

Den vorläufigen Planungen zufolge soll die Behörde, die für Dortmund und Lünen zuständig ist, laut Deutscher Presse-Agentur zum 1. September 31 Stellen zusätzlich bekommen. Mehr Zuwachs gibt es demnach nur in Köln, Münster, Bielefeld und Düsseldorf. Das Polizeipräsidium Dortmund hat rund 3000 Mitarbeiter, etwa 2500 von ihnen sind ausgebildete Polizisten.

„Bis zum 1. September kann noch eine Menge passieren“

Sprecher Sven Schönberg äußert sich zum angekündigten Zuwachs aber verhalten. Es sei bislang noch völlig unklar, wie sich die Verstärkung vor Ort genau darstellt. „Ich kann noch keine Zahl sagen“, teilt er mit.

Schönberg sagt: „Bis zum 1. September kann noch eine Menge passieren.“ Auch das Innenministerium betont, dass es sich um eine Planrechnung handele. Zum Beispiel könne man noch nicht genau absehen, wie viele Studienabsolventen im Dortmunder Polizeipräsidium angestellt werden. Auch wisse das Ministerium noch nicht, wie viele Polizisten tatsächlich in den Ruhestand gehen.

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Kriterien für die Stellenverteilung sind unter anderem Einwohnerzahl, Kriminalitäts- und Unfallgeschehen oder besondere Schwerpunkte in der Polizeiarbeit vor Ort. „Dazu gehören etwa der Kampf gegen Kindesmissbrauch und Clankriminalität oder ein verstärktes Vorgehen gegen Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus“, so das Innenministerium.

Extremismus, Wohnungseinbruch und Nordstadt als Schwerpunkte

Im sogenannten Sicherheitsprogramm sind die langfristigen Schwerpunkte der Dortmunder Behörde festgelegt. Politischer Extremismus und Terrorismus, Bekämpfung des Wohnungseinbruches und das Thema „Sicher leben in der Nordstadt“ sind darin aktuell besonders hervorgehoben.

Das Innenministerium spricht in der Mitteilung zur neuen „Kräfteverteilung“ von einer „massiven Investition“ in die Sicherheit. 6,2 Milliarden Euro sieht der NRW-Haushaltsentwurf 2020 fürs Innenministerium vor, 2018 waren für die innere Sicherheit noch 5,5 Milliarden Euro vorgesehen.

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