In Dortmund und Lünen

Mehr Taser: Polizei Dortmund rüstet mit Elektroschock-Pistolen auf

Die Polizei in Dortmund bekommt nach einjähriger Pilotphase in der Wache Nord jetzt mehr Elektroschocker für ihre Beamten. Ein weiterer wichtiger Wachstandort ist bereits damit ausgestattet.
Die Dortmunder Polizei bekommt nach der Pilotphase in der Nordstadt mehr Distanz-Elektroschockern für ihre Einsätze – hier ein Foto aus dem Trainingszentrum in Dortmund Aplerbeck. © Stephan Schütze (A)

Knapp ein Jahr nach dem Start des Pilotprojektes zur Erprobung von sogenannten Tasern bei der Polizei werden in Dortmund weitere Wachbereiche mit dem Distanzelektroimpulsgeräts (DEIG) ausgestattet. Noch vor Beendigung des einjährigen Pilotprojekts haben sich nach Meinung von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) die Taser bewährt.

Er kündigte in seinem Fazit vor zwei Monaten an, dass der Wachdienst von ausgewählten Kreispolizeibehörden komplett mit dem Taser ausgestattet werden sollen. Die Waffen, mit denen Elektroden verschossen werden können, die dem Ziel einen lähmenden Elektroschock versetzen, gelten als mildere Alternative zum Einsatz einer Schusswaffe.

Start war in der Nordstadt

In Dortmund war das Pilotprojekt mit Einsätzen in der Nordstadt gestartet, weil es dort nach Angaben der Polizei besonders häufig zu Fällen von Widerstand gegen die Staatsgewalt gekommen sei.

Zu Beginn des Jahres 2022 kann nun auch die Polizeiwache Mitte des Polizeipräsidiums (PP) Dortmund als nächste Dienststelle auf die Taser zurückgreifen.

Bis voraussichtlich Ende Mai 2022, so die Polizeipressestelle, sollen nach und nach auch alle weiteren Polizeibeamten des Wachdienstes in Dortmund und Lünen geschult und die Wachstandorte mit dem neuen Einsatzmittel ausgerüstet werden.

Vorbeugende Wirkung

Der neue Leiter der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz und somit Verantwortlicher für den Wachdienst des PP Dortmund, der Leitende Polizeidirektor Achim Stankowitz, verweist auf die vorbeugende Wirkung des Tasers und die damit verbundene Verminderung von Verletzungen bei allen Beteiligten.

„Während der Erprobungsphase kam das DEIG in Dortmund bislang 42-mal zum Einsatz, in nur 13 Fällen war eine Schussabgabe erforderlich. Alleine die Androhung und das Zeigen des Lichtbogens hat bewirkt, dass der ein oder andere Angriff nicht vollzogen wurde, beziehungsweise Eskalationen vermieden werden konnten.“

Im Rahmen einer Schulung werden den Polizistinnen und Polizisten neben der technischen Bedienung und der Handhabung des Distanz-Elektroschockers auch eine Einsatz begleitende Kommunikation und die rechtlichen Grundlagen vermittelt. Da sich die Einsatzkräfte im Einsatz üblicherweise Standort übergreifend unterstützen, ist der Einsatz des Tasers aber auch in anderen Wachstandorten möglich.

Inzwischen hat der Landtag die Ausrüstung weiterer Polizeibehörden mit den Geräten beschlossen und dafür 4,5 Millionen Euro genehmigt. Kritik gegen die vorzeitige Beendigung des Pilotprojekts, an dem fünf Kreispolizeibehörden teilgenommen hatten, kam unter anderem von den Grünen und den Linken.

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