Mehr Unfälle, aber weniger Verletzte: Polizei nennt Ursachen für Dortmund

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Seit Jahren steigt die Zahl der Verkehrsunfälle in Dortmund. Im vergangenen Jahr brach sie erneut einen Rekord. Aber es gibt auch eine positive Entwicklung.

Dortmund

, 26.02.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast 25.000 Verkehrsunfälle zählte die Polizei im vergangenen Jahr auf Dortmunds Straßen. Und da sind die Unfälle, die auf den Autobahnabschnitten im Stadtgebiet passiert sind, noch gar nicht mitgezählt.

Der Verkehrsbericht der Dortmunder Polizei für das Jahr 2019 zeigt, dass sich ein dramatischer Trend auch im vergangenen Jahr fortgesetzt hat. Mit 24.980 gezählten Verkehrsunfällen in 2019 ist die Zahl nach Polizeiangaben auf ihrem höchsten Punkt seit über zehn Jahren. Zum Vergleich: 2008 zählte die Polizei noch rund 21.000 Unfälle.

Die neue Rekordzahl zeigt die Statistik, die die Polizei am Dienstag (25.2.) in ihrem jährlichen Verkehrsbericht veröffentlicht hat.

Die Polizei hat verschiedene Vermutungen

Bei den Gründen für diese Entwicklung hat die Polizei verschiedene Vermutungen. Eine Ursache könnte sein, dass auf Dortmunds Straßen einfach mehr los ist: Seit 2013 ist die Zahl der Kfz um 9,3 Prozent gestiegen. Damit hat fast jeder zweite Dortmunder ein eigenes Kraftfahrzeug.

Es könnte aber auch daran liegen, dass sich die Dortmunder zunehmend rücksichtslos im Straßenverkehr verhalten und dass Aggression zu- und die Frusttoleranz abnehmen. Das sind, betont Polizei-Sprecherin Dana Seketa, aber nur Vermutungen - die sich jedoch mit den Erfahrungen und Beobachtungen der Kollegen decken würden.

Es gibt jedoch auch eine positive Entwicklung, die so gar nicht zu den gestiegenen Unfallzahlen passt: Weniger Menschen wurden 2019 im Dortmunder Straßenverkehr verletzt oder sind gar ums Leben gekommen.

Weniger Tote bei Verkehrsunfällen als im Vorjahr

Verunglückten 2018 noch 2297 Menschen bei Verkehrsunfällen, waren es im letzten Jahr 82 weniger, nämlich 2215. Und: Statt fünf gab es zwei Todesfälle. Eine Fußgängerin und eine Autofahrerin kamen 2018 bei Unfällen ums Leben.

Zu den Todesfällen äußert sich auch Polizeipräsident Gregor Lange im Bericht. „Mit der Entwicklung dieser Zahl kann niemand je zufrieden sein, solange sie nicht bei null steht“, wird er im Bericht zitiert.

Die Gründe: Abbiegen, Alkohol und Abstand

Auch bei den Gründen für die Entwicklung bei den Verunglückten kann die Polizei nur spekulieren: „Die Sicherheitstechnik, mit der Autos mittlerweile versehen sind, hilft sicherlich, um die Schwere der Unfälle einzudämmen“, erklärt Dana Seketa.

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Das spiegelt sich auch in der Statistik wider: Bei den Verunglückten sank 2019 der Anteil der Schwerverletzten ein wenig. Im Übrigen ist auch die Anzahl von Kindern, die bei Unfällen verletzt wurden, im vergangenen Jahr gesunken.

Am häufigsten kam es übrigens beim Abbiegen oder Wenden der Autofahrer zu Unfällen. Doch auch mangelnder Abstand zum Vordermann und Alkohol gehörten häufig zu den Unfallursachen.

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