Mehr Wohnraum für Marten - dieses Konzept soll den Wohnungsmarkt ankurbeln

rnMartener Wohnungsmarkt

Ganz Deutschland ächzt unter dem akuten Wohnungsmangel. Für die Ankurbelung des Martener Wohnungsmarkts haben drei Bürger ein Konzept entwickelt - und große Ziele vor Augen.

Marten

, 26.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Martener Arbeitskreis (AK) „Planen und Bürgerbeteiligung“ im Martener Forum macht sich schon lange Gedanken um einen Aufschwung für Marten. Dafür hat das Gremium eine einfache Formel aufgestellt: Mehr Wohnraum bedeutet mehr Einwohner, und mehr Einwohner bedeuten eine bessere Infrastruktur - ob sozial, kulturell oder mit Blick auf den Einzelhandel.

Mittelfristig soll Marten, so des Vorstellung des Arbeitskreises, bei der Einwohnerzahl die 10.000 knacken, langfristig sollen es wieder so viele werden wie 1914: nämlich 12.340 Bewohner. „Die Bezirksvertretung Lütgendortmund hat uns aufgefordert, endlich mal mit Vorschlägen aus den Puschen zu kommen“, erzählt AK-Sprecher Joachim Schmittgen.

Sanieren, aufstocken, Baulücken schließen

Weil es aktuell keine Bebauungspläne für Marten gebe, so der Jurist, sei der Stadtteil bei diesem Thema klar im Nachteil. „Es gibt einzig den Aldi-Bebauunsgplan (B-Plan Lü 188, Anmerkung der Red.). Allerdings mit dem Phänomen, dass hier Wohnraum zerstört und nicht geschaffen wird.“ Deshalb könne man für Marten nur über Wohnraumverdichtung sprechen - also über Abriss und Neubau, Sanierung und Umnutzung, Aufstocken und Schließen von Baulücken.

Mehr Wohnraum für Marten - dieses Konzept soll den Wohnungsmarkt ankurbeln

Margarete Konieczny, Joachim Schmittgen und Reiner Gallen haben ein Konzept zur Wohnraumbeschaffung in Marten entwickelt. © Beate Dönnewald

Allerdings es sei schwierig, Eigentümer von Leerständen oder Problemhäusern ausfindig zu machen. „Zwei Drittel kommen gar nicht aus Marten“, so Schmittgen. Und: Die bürokratischen Hürden seien so hoch, dass sie (um)bauwillige Eigentümer oftmals ausbremsten.

Der Arbeitskreis, zu dem auch Margarete Konieczny und Reiner Gallen gehören, möchte Probleme wie diese aus dem Weg räumen. Deshalb hat er sich in den vergangenen Monaten sachkundig gemacht und anschließend das Konzept „Mehr Wohnraum für Marten“ entwickelt. Der Bezirksvertretung soll es in der Juli-Sitzung vorgelegt werden.

Anlaufstelle einrichten und Hilfesuchende durch den bürokratischen Dschungel lotsen

1. Amtswege verknüpfen und verkürzen: Damit es Eigentümern leichter gemacht wird, Wohnraum zu schaffen, sollte eine Anlaufstelle eingerichtet werden, die die Hilfesuchenden durch den bürokratischen Dschungel lotst und die zuständigen Ansprechpartner vermittelt. In einem ersten Durchgang könnten so auch die Realisierungschancen überprüft werden. „Die Stadt muss Geld in die Hand nehmen. Jeder Eigentümer erhält 5000 Euro. Damit kann er einen Architekten beauftragen, der bei der Antragsstellung und den ersten Schritten hilft.“

„Dogewo 21 hat Marten bislang vernachlässigt“

2. Die Stadt muss helfen: Aufgrund des Datenschutzes sei es schwierig, Eigentümer, etwa von leer stehenden Ladenlokalen, ausfindig zu machen. „Das kann nur die Stadt. Sie könnte alle Eigentümer über einen Verteiler erreichen und informieren.“

Darüber hinaus soll die Verwaltung prüfen, welche städtischen Grundstücke zum Wohnungsbau geeignet sind. Besonders im Blick hat der AK die städtische Wohnungsgesellschaft Dogewo 21. „Die hat Marten bislang vernachlässigt“, so Schmittgen. Gerade das Angebot für den sozialen Wohnungsbau sei in Marten zu gering. Zudem sollten auch andere Investoren und das Studierendenwerk auf Marten „als Vorort der Dortmunder Hochschulen“ aufmerksam gemacht werden.

Weitere Vorschläge: Bauanträge, die zusätzlichen Wohnraum zum Ziel haben, sollen bei der Bearbeitung bevorzugt und auch kleinräumige Neubau-Potentiale anhand des Baulückenkatasters transparent gemacht werden.

Förderprogramm „Zukunft: Stadtgrün“ nutzen

3. Grünraum Marten: Vorhandene Grün- und Freiflächen sollen verbunden werden und damit auch die Verbindung zwischen Alt-Marten und Marten Germania stärken. „Auch das macht das Wohnen in Marten attraktiver“, so Schmittgen. Der AK verweist auf das Bundes- und Landesprogramm „Zukunft: Stadtgrün“. „Hier sollte schnell ein Förderantrag gestellt werden.“

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