Mehr Zeit für Seelsorge

Hombruch Sommerzeit, Urlaubszeit... Wie wirkt sich die Sommerpause im kirchlichen Alltag aus? Heike Thelen hat nachgefragt bei Ralf Wieschhoff, Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Hombruch.

02.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Sommer lassen es viele ruhiger angehen. Wie seht es in der Kirche aus? Kennen Sie auch ein Sommerloch?

Wieschhoff: Im positiven Sinne ja. Pfarrer arbeiten ja zunehmend enger mit Schulen zusammen. So gebe ich während der Schulzeit jede Woche eine «Kontaktstunde» in der Harkort-Grundschule und Religionsunterricht im Helene-Lange-Gymnasium. Diese Aufgaben sowie Gruppenstunden fallen während der Schulferien weg.

Hört sich nach Zeit für Entspannung und Freizeit an. Oder wie füllen Sie die Lücken?

Wieschhoff: Für mich bedeuten Sommerferien immer Aufatmen, weil der starre Rhythmus des Alltags aufgebrochen ist. Aber natürlich füllen sich entstehende Lücken schnell. Mit Urlaubsvertretungen für andere Pfarrer, manchmal auch den Küster und die Sekretärin sowie Vorbereitungen für die Zeit nach den Ferien. Aber es bleibt auch endlich einmal Zeit für lange aufgeschobene Besuche, Seelsorge und Hilfe bei Alltagsproblemen.

Tragen Menschen im Sommer andere Bedürfnisse an Kirche heran als sonst?

Wieschhoff: Ja. Wenn Menschen außerhalb ihres Arbeitsalltags sind, die Seele baumeln lassen, dann stellen sie ihre Fragen über Gott und den Glauben auch aus einer ganz anderen Stimmung heraus.

Welche Fragen bestimmen die Themen in diesem Sommer?

Wieschhoff: Trauer und Wut über den Verlust des Gemeindehauses bestimmen in diesem Sommer die Gespräche. Wir hoffen, dass wir mit den geplanten Bauarbeiten neben der Kirche auch Mut machen, dass wir nicht nur ein Gebäude aufgeben, sondern dass auch etwas Neues entsteht.

Was mögen Sie am Sommer besonders?

Wieschhoff: Dass Pflichtaufgaben und das Genormte des Alltags wegfallen.

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