Nach Messerattacke auf 16-Jährigen: Mutmaßliche Täter sind wieder frei

rnBewaffneter Überfall

Eine Gruppe Jugendlicher hat einen 16-Jährigen angegriffen. Ein 14-Jähriger stach dabei mit einem Messer auf ihn ein. Nun sind er und zwei weitere Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß.

Lütgendortmund

, 29.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es muss die Hölle für einen 16-jährigen Dortmunder gewesen sein, als er nach einem kurzen Wortwechsel mit einem anderen Jungen plötzlich von zehn bis zwölf weiteren Jungen angegriffen wurde. Bei dem Wortwechsel ging es um die Halskette des 16-Jährigen, bei dem Angriff um sein Leben.

„Mein Sohn dachte, er muss sterben“, erzählte die Mutter des Opfers, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte, wenige Tage nach der Tat am 12. September (Samstag). „In meinen Augen war das ein Mordversuch, es wurde billigend in Kauf genommen, dass er sterben könnte.“

Ihr Sohn habe die Jugendlichen, die ihm auf einem Fußweg an der Westermannstraße in Richtung Heinrich-Böll-Gesamtschule in Lütgendortmund begegneten, nicht gekannt. Ihm sei eine große Brutalität entgegen geschlagen, die mit drei Messerstichen an Rücken und Kopf endete.

Drei der Täter wurden festgenommen

Der 16-Jährige wählte nach der Flucht der Täter selbst den Notruf. Er alarmierte die Polizei. Im Krankenhaus musste er wegen einer Stichverletzung an der Lunge operiert werden. Die Dortmunder Polizei nahm drei mutmaßliche Täter (14, 15 und 16 Jahre alt) im näheren Umfeld des Tatortes und in Castrop-Rauxel fest. Der 14-Jährige soll der Haupttäter gewesen sein, der auf den 16-jährigen Dortmunder eingestochen hat.

Inzwischen sind die drei Jungen wieder auf freiem Fuß. Aus dem Schneider sind sie dennoch nicht. Denn ihre Schuld scheint vorerst bestätigt. „Die drei Jugendlichen erwarten ihre Strafverfahren“, sagt Polizei-Pressesprecherin Kristina Purschke gut zwei Wochen nach der Tat.

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Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren. Die übrigen Täter müssen gefunden werden. „Sind alle Tatverdächtigen ermittelt, müssen die am Fall beteiligten Kollegen schauen, wer inwieweit an der Tat beteiligt war und was wer gemacht hat“, erklärt Kristina Purschke.

Wer am Tattag gegen 19.30 Uhr im Bereich der Westermannstraße unterwegs war und den Angriff oder fliehende Jugendliche beobachtet hat, kann sich unter Tel. (0231) 1327441 beim Kriminaldauerdienst melden und bei den Ermittlungen helfen.

Mutter möchte Eltern warnen

Die Mutter des Opfers sagte: „So etwas darf nicht wieder passieren!“ Sie möchte andere Jugendliche und ihre Eltern vor der Gruppe warnen und hofft auf eine angemessene Strafe für die Täter.

Vor allem aber hofft sie, dass ihr Sohn sich mit der Zeit erholt. Wegen der Corona-Einschränkungen im Krankenhaus konnte er kaum Besuch und damit kaum Unterstützung seiner Familie bekommen. „Er war sehr still nach dem Angriff“, sagt die Mutter.

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