Metalldiebe greifen nicht mehr so oft zu

Zahlen der Bundespolizei

Über viele Jahre hielten Metalldiebe die Deutsche Bahn und andere Unternehmen sowie die Polizei auf Trab. Woche für Woche suchten auch international fahndende Ermittler Zeugen, die Taten und Täter beobachtet haben könnten. Jetzt ist klar: Die Zahl der Taten sinkt von Jahr zu Jahr. Warum? Wir haben nachgefragt.

DORTMUND

, 22.02.2017, 02:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Metalldiebe greifen nicht mehr so oft zu

Mit Kontrollen in 19 Ländern will die europäische Polizei auf Bandenstrukturen zugreifen.

Hier die Zahlen der Bundespolizei, die mit der Inspektion Dortmund auf 600 Quadratkilometern für Bahnanlagen zuständig ist (zuerst Dortmunder Zahlen, in Klammern die Zahlen für die gesamte Inspektions-Fläche):

  • 2012: 97(345)
  • 2013: 58 (165)
  • 2014: 54 (138)
  • 2015: 53 (109)
  • 2016: 17 (35)

Bundesweit sackten die Fälle allein bei der Deutschen Bahn von 2850 im Jahr 2012 auf 1250 ab (1250). Aktuelle Zahlen für 2016 legt die Bahn im April oder Mai 2017 vor. „Da wurden nachts dicke Kabeltrommeln mit Gabelstaplern abtransportiert. Vereinzelt gibt es diese Taten auch noch, aber es ist nicht mehr dieses Massenphänomen. Das Thema ist kolossal eingebrochen“, kommentierte Bundespolizeisprecher Jürgen Karlisch die Zahlen.

15.000-Volt-Kabel 

Allerdings ermittelt die Bundespolizei in Einzelfällen auch neue Taten: Spezialisten unter den Metalldieben klemmen mit Spezialwerkzeugen stählerne Stangen ab, an denen die 15.000-Volt-Kabel der Deutschen Bahn befestigt sind. Jürgen Karlisch über die Gefahr: „Da muss man als Täter mit Spezialwissen rangehen. Laien haben wegen der 15.000 Volt nur eine Chance.“

Als Geschäftsführer des Schrott- und Metallgroßhandels Poeppel in Körne kann sich Lothar Wegmann den Rückgang der Zahlen nur so erklären: „Die Bahn hat ihr Material markiert, so dass jeder Schrottaufkäufer erkennen kann, dass es sich um gestohlenes Metall handeln muss. Wir haben auch nicht mehr die exorbitant hohen Metallpreise.“

Kabelschrott-Preis: rund 1,50 Euro pro Kilo

Aktuell gibt es vier Euro für ein Kilogramm Kupfer, vor einigen Jahren waren es 5,50 bis 6 Euro. Der Kabelschrott-Preis liegt aktuell bei rund 1,50 Euro pro Kilo. Um die Poeppel GmbH machten Metalldiebe allerdings einen großen Bogen: Wer dort seine Beute in Bares umwandeln wollte, veranlasste umgehend einen Anruf bei der Polizei.

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