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Michael-Jackson-Musical lässt den King of Pop durch großartiges Double auferstehen

„Beat It!“

Die Glanzzeiten Michael Jacksons verkörperte Dantanio Goodman am Samstag im Musical „Beat It!“ fast in Perfektion. Einige Schattenseiten des King of Pop wurden aber verschwiegen.

Dortmund

, 15.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Michael-Jackson-Musical lässt den King of Pop durch großartiges Double auferstehen

Dantanio Goodman als Michael Jackson bei „Beat it“ in der Dortmunder Westfalenhalle 2. © Oliver Schaper

Er atmet, tanzt und singt wie Michael Jackson. Als Dantanio Goodman am Samstag mit einem ohrenbetäubenden Knall und Feuerwerk die Bühne in der Westfalenhalle 2 betritt und den ersten Ton von „They Don’t Care About Us“ singt, jubelt das Publikum lautstark. Er ist ein großartiges Double, das auf der Bühne den 2009 verstorbenen „King of Pop“ verkörpert.

Denn der Südafrikaner kopiert nicht nur Jacksons Stimme, seinen Moonwalk und Tanzstil überragend. Goodman lebt die Rolle des Ausnahmekünstlers: von der Art, wie er den schwarzen Hut aufsetzt, bis hin zum schrillen Aufschrei. Auch seine Outfits und das Styling mit den schwarzen Locken sind verblüffend authentisch.

Kinderstar der frühen Siebziger

Das Musical „Beat it!“ lässt die Hits des Superstars wie „Billie Jean“, „Bad“ und „Thriller“ wieder aufleben und erzählt von seinem Werdegang. Angefangen beim jungen Michael Jackson, ebenso überzeugend interpretiert von Koffi Missah, der lieber mit anderen Kinder gespielt hätte, als mit seinen Brüdern auf der Bühne zu stehen. Damals noch mit dunkler Hautfarbe und Afro-Frisur war der Sänger in den frühen Siebzigern der eigentliche Star der „Jackson 5“.

Begleitend von seiner Mentorin Diana Ross, gespielt von Meimouna Coffi, die zwischen den Performances schauspielerisch durch die Geschichte führt, und inspiriert von Vorbildern wie James Brown, Charlie Chaplin und dem französischem Pantomimen Marcel Marceau, beschließt Jackson eigene Wege zu gehen und kreiert einen unnachahmlichen Tanzstil. Scheinbar unnachahmlich zumindest.

Wahnhafter Perfektionismus

Im Takt von „Smooth Criminal“ bewegen sich die Tänzer zusammen mit dem Jackson-Darsteller Zentimeter um Zentimeter in Richtung Boden – bis sie fast waagerecht über der Bühne zu schweben scheinen. Besser hätte es der „King of Pop“ zu Lebzeiten wohl selbst kaum hinbekommen. Thematisiert wurden aber auch dessen wahnhafter Hang zum Perfektionismus, mit dem er sich und seine Tänzer an die körperlichen Grenzen brachte.

Die letzten Karrierejahre, die Missbrauchsvorwürfe und die extreme optische Veränderung spielten dagegen kaum eine Rolle. Stattdessen zeichnet das Musical ein Bild von einem Helden: ein talentierter Sänger, Tänzer und Komponist, der mit seiner Musik die Welt verbessern und die Menschen glücklich machen möchte. Etwas unangebracht wirkt es dennoch, als Dantanio Goodman die Zugabe „Heal the World“ allen Kindern dieser Welt widmet. Nächste Gelegenheit, Beat it! in der Westfalenhalle 2 zu sehen, ist der 17. April 2020.

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