Miete von Nordstadt-Wohnungen zu hoch für Studentenwerk?

Wohnungsknappheit

Studentischer Wohnraum in Dortmund ist knapp. Das Studentenwerk will deshalb dringend neue Wohnungen oder Häuser mieten, um die Situation zu entschärfen. Aber zum Wintersemester 2013/14 wird das nichts mehr. Die Dogewo-Häuser in der Nordstadt sind für das Studentenwerk wohl zu teuer.

DORTMUND

von Von Katrin Figge

, 29.08.2013 / Lesedauer: 3 min
Miete von Nordstadt-Wohnungen zu hoch für Studentenwerk?

Im Januar erwarb die Dogewo Nordstadt-Problemimmobilien wie diese in der Bornstraße und brachte sie auf Vordermann. Für das Studentenwerk sind die Wohnungen wohl zu teuer.

Neue Wohnungen oder Häuser wolle das Studentenwerk nur für einen begrenzten Zeitraum anmieten, für etwa fünf Jahre, erklärt Geschäftsführer Peter Hölters: "Wir gehen davon aus, dass die Studierendenzahl dann stagniert oder sogar zurück geht." Vor allem durch den doppelten Abiturjahrgang waren die Zahlen zuletzt explodiert.Das Problem bei den Häusern der Dogewo: Die Miete wäre für Studentenwohnungen zu hoch — oder zumindest höher als im Wohnheim. Kann man da sicher sein, alle Wohnungen vermieten zu können? Denn auch für leerstehende Wohnungen müsste das Studentenwerk Miete an die Dogewo zahlen. Ob das Studentenwerk bereit ist, dieses Risiko zu tragen, muss im September der Verwaltungsrat klären. 

Konkret geht es um zwei Häuser mit 40 Wohnungen in der Nettelbeckstraße im südwestlichen Hafenviertel — an der Grenze zum Unionviertel also. Besser ginge es in der Nordstadt für Studenten kaum. Aber die Vermietbarkeit einer Studentenwohnung hängt von vielen Faktoren ab, erklärt Hölters: "Es kommt darauf an, ob die Studenten das Zusammenspiel von Miete, Lage, Verkehrsanbindung, Infrastruktur und Wohnumfeld akzeptieren." Aber das Studentenwerk zieht nicht nur eine Zusammenarbeit mit der Dogewo in Betracht — auch VivaWest sei eine Option gewesen. Das Wohnungsunternehmen habe einzelne Wohnungen am Borsigplatz und ein weiteres Haus mit zehn Wohnungen in die Waagschale geworfen.

Das Problem hierbei: "VivaWest wollte die Nebenkosten nicht offenlegen. Deshalb konnten wir nicht bewerten, wie hoch die Miete am Ende sein würde." Und für Studenten zähle schließlich vor allem der Preis. Auch Privatleute haben dem Studentenwerk Häuser oder einzelne Wohnungen angeboten. Auf ein paar Anbieter ist das Studentenwerk auch selbst zugegangen. Insgesamt geht es hier um 15 Objekte. Aber ob das die richtigen sind?

"Wir müssen die Risikolage genau bewerten", erklärt Hölters. Größere Investitionen seien tabu — schließlich gehe es nur um Wohnungen, die für ein paar Jahre angemietet würden. Und wie schon bei VivaWest würden auch hier die Nebenkosten nicht immer transparent offengelegt. Zum Wintersemester wird es also nichts mehr mit zusätzlichen Studentenwohnungen, fürchtet Hölters. Die meisten Objekte müssten ohnehin erst saniert werden — im jetzigen Zustand wären sie nicht vermietbar.

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