Dating im Schnelldurchlauf - das war beim Speed-Dating in Dortmund möglich (Symbolbild). © Rene Ranisch/Unsplash
Singles in Dortmund

Mila* (22) aus Dortmund beim Speed-Dating: 14 Dates an einem Abend

14 Frauen, 14 Männer, 14 Dates innerhalb von 120 Minuten. Dortmunderin Mila ist dabei - und hat am Ende die Qual der Wahl.

Einen Partner im Schnelldurchlauf finden – das war am Dienstag (31.8.) beim „Speeddating XXL“ in Dortmund möglich. Bei dem großen Speed-Dating-Event hatten Singles im Alter von 20 bis 35 Jahren die Möglichkeit, ihren neuen Partner zu treffen. Wir durften eine junge Frau auf der Suche nach ihrem perfekten Match begleiten. Die Namen aller Teilnehmer wurden von der Redaktion geändert.

Corona erschwert Dating auch für die junge Generation

Mila ist 22 Jahre alt und seit acht Monaten Single. Die Corona-Zeit hat das Dating-Leben der Dortmunderin erschwert. „Viele fragen sich bestimmt, warum junge Leute an einem Speed-Dating teilnehmen. Man darf aber nicht vergessen, dass uns jetzt auch lange die Möglichkeit genommen wurde, jemanden kennenzulernen“, sagt sie.

Das große Speed-Dating-Event sei seit Langem ihre erste Möglichkeit, neue Begegnungen zu machen. Online-Dating habe sie zwar ausprobiert, jedoch habe ihr diese Art des Kennenlernens nicht gefallen. „Das ist mir viel zu oberflächlich“, so Mila. Sie möchte ihr Gegenüber nach seinen inneren Werten anstatt nach seinem äußeren Erscheinungsbild beurteilen.

Spezielle Erwartungen an das Speed-Dating hatte Mila nicht. Selbstverständlich würde sie sich freuen, einen potenziellen Partner kennenzulernen, sagte sie vorab, jedoch wolle sie sich nicht zu viele Hoffnungen machen. „Fürs‘ erste wäre es toll, einen schönen Abend mit netten Menschen zu verbringen“, sagt sie.

Große Aufregung vor dem Speed-Dating

Das Speed-Dating findet im „Shades“ in Dortmund statt. Vor der Location angekommen, ist Mila nervös. „Ich glaube, ich war selten so aufgeregt wie jetzt gerade. Ich bin kurz davor, einen Rückzieher zu machen.“

Mila entscheidet sich dann doch dazu, die Café-Bar zu betreten. Dort wartet bereits die Moderatorin, die Mila ihren Platz zuweist. Schnell kommt Mila mit anderen Teilnehmern ins Gespräch, die Aufregung scheint wie weggeblasen.

Pünktlich um 19.30 Uhr beginnt die Veranstaltung. Zuerst ging die Moderatorin erklärt den Ablauf des Abends:. „Jedes Date geht fünf Minuten. Dann wechseln die Männer einen Platz weiter“, erklärt sie.

Die Singles bekommen eine Nummer auf ihr Oberteil geklebt und einen Teilnehmerbogen, auf dem sie sich während ihrer Dates Notizen über ihr Gegenüber machen können.

Speed Dating bezeichnet die Art der Partnerschaftssuche, bei der sich jeweils zwei Singles im Rahmen einer dazu organisierten Gruppenveranstaltung kurz kennenlernen. Im Anschluss ihres Gespräches wechseln sie zur nächsten Person.

Maximilian, 26, Informatiker

Dann ist es so weit: Mila hat ihr erstes Date von vierzehn. Maximilian ist 26 Jahre alt und ebenfalls Dortmunder. Er ist selbstständig als Informatiker tätig. Sein Beruf führt direkt zu Gesprächsthemen, da Mila ebenfalls selbstständig ist.

So können die beiden sich über die Vor- und Nachteile ihrer Arbeit austauschen. Es scheint, als könnte Milas erstes Date direkt ein Volltreffer sein – der Redefluss der beiden Singles ist nicht mehr zu stoppen. Sie überhören sogar das Signal der Moderatorin, das die nächste Dating-Runde ankündigt.

Am Dienstag (31.8.) hat Mila beim großen Speed-Dating teilgenommen. Wir haben sie bei ihren 14 Dates begleitet.
Am Dienstag (31.8.) hat Mila beim großen Speed-Dating teilgenommen. Wir haben sie bei ihren 14 Dates begleitet. © Charlotte Schuster © Charlotte Schuster

Moritz, 33, findet Online-Dating „schrott“

Später hat Mila ein Date mit Moritz – das anfangs nicht hätte besser laufen können. Die beiden erzählen sich, wieso sie sich für das Speed-Dating angemeldet haben. Schnell finden sie heraus, dass Moritz sich genauso wenig wie Mila für Online-Dating begeistern kann. „Ich finde Online-Dating komplett schrott“, sagt er.

Obwohl sie noch viele weitere gleiche Interessen entdecken, haperte es schlussendlich am Alter: Moritz ist 33 Jahre alt, Mila 22. „Ich hätte damit nicht unbedingt ein Problem gehabt. Man muss harmonieren, da kommt es nicht aufs Alter an. Ich glaube aber, dass er das anders gesehen hat“, sagt Mila nach dem Date.

Julius will keine Frau in Turnschuhen

„Hi. Ich bin Julius. Wir könnten jetzt die typischen Floskeln raushauen, aber ich frage mal was anderes.“ So beginnt die neunte Begegnung von Mila an diesem Abend. Julius ist kommunikativ, spricht in fünffacher Geschwindigkeit und bringt Mila pausenlos zum Lachen.

Seine persönlichen No-Gos bei einer Frau – ungepflegte Hände, „eine asoziale Sprache“, kein Benehmen am Esstisch und das Tragen von Turnschuhen – weist Mila zum Glück nicht vor.

Es scheint so, als wären beide Singles auf einer Wellenlänge. „Der war super lustig. Richtig cooler Typ“, bestätigt Mila.

Mit Nikolas, 24, herrscht Funkstille

Zuletzt sitzt Nikolas (24) Single-Frau Mila gegenüber. Er erzählt ihr, dass das sein erstes Speed-Dating ist, aber ihm der Abend bisher sehr gut gefallen würde. „Es waren schon einige nette dabei – Jungs als auch Mädchen“.

Leider bleibt es vorerst bei diesem Gespräch. Kurz herrschte unangenehme Stille zwischen den beiden. Dann kommt Mila auf die Idee, den Fragenkatalog zu nutzen, der auf dem Tisch bereitsteht.

Die beiden beantworten Fragen, wie „Welchen Kinofilm hast du zuletzt gesehen?“, „Wie sieht dein perfektes Date aus?“ und „Welche Sache würde ein Partner/ eine Partnerin wahrscheinlich an dir schätzen?“. So nimmt ihr Date doch noch einen angenehmen Verlauf.

Zwei Männer haben Mila besonders gefallen

Im Anschluss des Speed-Datings lässt Mila den Abend nochmal Revue passieren. „Am Anfang war ich echt noch etwas skeptisch. Aber ich sag mal so: Ich habe so viel gelacht, dass mir mittlerweile meine Wangenknochen weh tun“.

Sehr gefallen habe ihr, dass viele unterschiedliche Charaktere dabei waren. Jedes Gespräch sei auf seine Weise sehr nett gewesen, „auch wenn manche natürlich besser und manche schlechter liefen“.

Falls Mila mal kein Gesprächsthema mehr einfiel, habe sie gerne auf den Fragenkatalog zurückgegriffen. „Den kann ich jedem empfehlen, weil man dadurch immer etwas zu quatschen hat“, sagt sie.

Zwei Männer seien der Dortmunderin besonders im Gedächtnis hängen geblieben. „Mein Favorit war tatsächlich mein allererstes Date, weil wir viele Gemeinsamkeiten hatten“, sagt sie über Informatiker Maximilian.

Außerdem habe sie Julius aufgrund seiner lustigen Art und seiner abwechslungsreichen Gesprächsthemen sehr gemocht. Wen sie aber tatsächlich wiedersehen möchte, darauf möchte sie sich in dem Moment noch nicht festlegen.

Wer wen wiedersehen möchte, finden die Teilnehmer am nächsten Tag heraus. In einer Liste konnten sie angeben, wen sie wiedersehen möchten. Bei einem Match bekommen sie eine Nachricht von den Organisatoren – und können Kontakt aufnehmen.

Über die Autorin
Freier Mitarbeiter
Neben dem Journalistik-Studium unterstützt Charlotte Schuster die Redaktion in Werne. Im Sommer 2020 hat sie ein Praktikum bei den Ruhr Nachrichten absolviert, welches ihr die schönen Seiten des Lokaljournalismus gezeigt hat.
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Charlotte Schuster

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