Minus von 14,8 Mio. und Stellenabbau

Klinikum Dortmund

DORTMUND Das Klinikum leckt seine Wunden: Im Gesamtergebnis rutschte Westfalens größtes Krankenhaus 2008 auf ein Minus von fast 14,8 Millionen Euro ab (2007 betrug der Jahresfehlbetrag 13,3 Millionen Euro). Hauptgeschäftsführerin Mechthild Greive bleibt aber gelassen.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 12.06.2009, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Geschäftsführung machte letztes Jahr nämlich Tabula rasa und schrieb Forderungen, die älter als drei Jahre waren, ab, praktizierte also die Wertberichtigung. Sanierer Oliver Rong vom Berater Roland Berger deutet dies für die aktuelle Situation am Klinikum so: „Viele Überraschungen aus dem letzten Jahr gibt‘s nicht mehr.“ Ab diesem Jahr will sich das Klinikum aus dem Finanz-Tief befreien. Bis jetzt behandelte Westfalens größtes Krankenhaus schon über 700 Patienten mehr. Bereits 2008 gab‘s eine Patientensteigerung: 61 763 Fälle wurden 2007 behandelt, davon 8781 ambulant operiert. Letztes Jahr waren es 62 281 Fälle, darunter 9653 ambulante OP. Der Ärztliche Direktor Prof. Michael Schwarz legt Wert auf die Feststellung: „Insgesamt versorgen wir ambulant ein Vielfaches an Patienten.“

Von 42 Stellen, die im Laufe des Jahres abgebaut werden, sind jetzt schon 30 erreicht. Für 2009 wollen Geschäftsführung und Sanierer ein Gesamtergebnis von minus 7,3 Millionen Euro vorlegen, also etwa die Halbierung des Defizits aus 2008. Mit Hilfe von 38 Sanierungsprojekten soll 2012 endlich ein Plus von 5,1 Mio. Euro in der Klinikum-Kasse klingeln. Weitere 150 Stellen werden bis dahin durch Fluktuation abgebaut. Seit 2004 waren es bereits 200 Stellen. Den Wirtschaftsprüfer überzeugten Jahresabschluss 2008 und Sanierungskonzept. Er erteilte das uneingeschränkte Testat, schrieb aber der Stadt Dortmund als Gesellschafter ins Handbuch: Eine Eigenkapitalverstärkung sei sinnvoll für die nächsten Jahre. Am 25. Juni hat der Rat das Wort. Er hatte die Entscheidung zur Übernahme der Altschulden von 60 Mio. Euro wegen des Umsetzungskonzepts zur Sanierung vertagt. Nun liegt es vor. 

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