Missbrauch nach BVB-Pokalfeier: „Opfer war aufgelöst“

Polizistin sagt aus

Nach der BVB-Pokalfeier im Mai 2017 hatte ein Mann eine 29-Jährige in sein Auto gelockt und missbraucht. Im Prozess zu dem Fall hat am Dienstag eine Polizistin vor dem Landgericht Dortmund ausgesagt. Sie berichtete von einer schockierten Frau und dem perfiden Trick des Peinigers.

DORTMUND

, 30.01.2018, 16:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Dortmunder Landgericht vernahm am Dienstag eine Polizistin.

Das Dortmunder Landgericht vernahm am Dienstag eine Polizistin. © Dieter Menne

Im Prozess um den sexuellen Missbrauch einer Frau nach der BVB-Pokalfeier auf dem Friedensplatz hat das Landgericht am Dienstag eine Polizeibeamtin vernommen. Die Zeugin hatte das mutmaßliche Opfer noch in der Nacht nach dem Vorfall befragt.

In ihrer ersten Vernehmung bei der Polizei schilderte die 29-jährige Betroffene sehr detailliert, wie perfide der Peiniger vorgegangen sein soll. Sie sei morgens gegen 5 Uhr völlig hilflos durch die Dortmunder Innenstadt geirrt, weil sie ihre Begleiter verloren und außerdem vergessen hatte, wo das Auto abgestellt worden war. Der Angeklagte habe sich ihr dann als Mitarbeiter des Ordnungsamts vorgestellt und seine Hilfe angeboten.

Verdächtigem droht die Sicherungsverwahrung

Im Auto des Mannes soll die Stimmung dann aber schnell umgeschlagen sein. Die 29-Jährige sagte bei der Polizei aus, der Angeklagte habe ihr die Hand auf den Oberschenkel gelegt und gesagt: „Stell dich nicht so an, du könntest ruhig etwas dankbarer sein, wenn ich dich schon nach Hause fahre.“ Während der gesamten Autofahrt habe er sie dann immer wieder im Intimbereich berührt und unter ihrem BVB-Trikot befummelt. Erst an einer Straßenkreuzung in Ennepetal sei ihr die Flucht aus dem Fahrzeug gelungen.

„Als wir bei der Geschädigten eintrafen, fanden wir eine aufgelöste Frau vor“, sagte die Polizistin am Dienstag als Zeugin. Die 29-Jährige habe aber trotz eines Blutalkoholwerts von rund 0,8 Promille eine sehr genaue Erinnerung an die vorangegangenen Übergriffe gehabt. Der 41-jährige Angeklagte ist bereits wegen Sexualdelikten vorbestraft. Im Fall einer erneuten Verurteilung droht ihm die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung.

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