Missverständnis im Kleingarten: Welcher Müll darf in einen öffentlichen Abfalleimer?

rnÖffentliche Mülleimer

Die Kirchhörderin Christiane Bruch fand wilden Müll und wollte ihn entsorgen. Ein Mitarbeiter des Tiefbauamts erlaubte das aber nicht. Was sagt die Stadt dazu?

von Marc Dominic Wernicke

Brünninghausen

, 26.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wollte Christiane Bruch nur etwas für die Umwelt tun: Als die Kirchhörderin vor zwei Wochen mit ihren Hunden an der Kleingartenanlage nahe der Ardeystraße in Brünninghausen spazieren ging, fand sie ein Abfallchaos vor. Sie wollte für Ordnung sorgen, doch ein Mitarbeiter des Tiefbauamts wies sie zurecht.

„Plötzlich stand ich wie eine Müllsünderin da“, erinnert sich Christiane Bruch an den Vorfall. Bei ihrem Spaziergang hatte sie die Überbleibsel eines wilden Picknicks entdeckt: Leere Wodkaflaschen, Getränkeverpackungen, Zigarettenschachteln, Becher und Hamburger-Verpackungen lagen im Bereich der Kleingartenanlage verstreut. „Wenn ich mit den Hunden unterwegs bin, habe ich immer Plastikbeutel dabei. Ich habe den Abfall also eingesammelt und wollte ihn im einzigen mir bekannten Mülleimer der Anlage beim Kinderspielplatz entsorgen“, sagt Christiane Bruch.

Mitarbeiter des Tiefbauamtes sprach in scharfem Ton

Dort wurde sie jedoch von einem Mitarbeiter des Tiefbauamts zur Rede gestellt: „Es könne nicht angehen, dass ich meinen privaten Hausmüll in einem öffentlichen Mülleimer entsorge“, zitiert die Kirchhörderin den Mann, der sie in einem scharfen Ton angesprochen habe. Als sie klarstellte, dass es gar nicht „ihr“ Müll gewesen sei, blieb er beharrlich: „Er teilte mir mit, dass auch in diesem Fall eine Entsorgung in einem Sammelbehälter der Stadt Dortmund nicht zulässig sei, da dieser Müll der Kleingartenanlage gehöre“, schildert Christiane Bruch.

Unverrichteter Dinge nahm sie den restlichen Müll mit nach Hause und entsorgte ihn dort. Dann nahm sie per E-Mail Kontakt zum Tiefbauamt auf. Von dort bekam sie eine überraschend positive Antwort: „Der Bezirksleiter schrieb, er könne meinen Ärger gut verstehen und das Auftreten des Mitarbeiters selbst nicht nachvollziehen“, so Christiane Bruch. „Viel mehr wurde ich dazu ermutigt, im Sinne der Umwelt mit offenen Augen durch die Anlagen zu gehen und falls nötig auch mal Dinge aufzulesen und diese in Sammelbehälter zu entsorgen.“

Eigeninitiative sei stets erwünscht

Christian Schön von der Pressestelle der Stadt Dortmund bestätigt dies auf Nachfrage: „Es ist absolut zu begrüßen, wenn Bürger helfen, Grünflächen und Straßen sauber zu halten.“ Wer im öffentlichen Raum kleinteilige Abfälle wie Flaschen und Verpackungen findet, könne diese problemlos in einem öffentlichen Mülleimer entsorgen. Für den Vorfall in der Kleingartenanlage hat Schön eine denkbare Erklärung: „Aufgrund der Menge und Art des Mülls ist der Mitarbeiter davon ausgegangen, dass es sich nicht um normalen Wegwerfmüll handelte. Viele Mitarbeiter sind hier besonders sensibilisiert, da es in manchen Stadtteilen immer wieder vorkommt, dass Menschen ihren Hausmüll in den Straßenpapierkörben entsorgen.“

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