Mit dem Handy zum Parkschein

Ab Herbst in Dortmund

Was in vielen deutschen Städten gang und gäbe ist, soll es ab Herbst auch in Dortmund geben: das bargeldlose Parken am Automaten. Wer sein Handy als Parkticket nutzt, braucht dann keinen Parkschein mehr. Wir erklären, wie das funktioniert.

DORTMUND

, 08.07.2017, 01:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine App, hier ein Anbieter in Hannover, soll den Bezahlvorgang vereinfachen.

Eine App, hier ein Anbieter in Hannover, soll den Bezahlvorgang vereinfachen.

Ein Massenphänomen ist das sogenannte Handy-Parken noch nicht. In der Nachbarstadt Hamm werden laut Auskunft der Tiefbauverwaltung gerade „zwei Prozent aller Parkvorgänge“ ohne Bargeld und Parkschein erledigt. Dennoch schließen sich immer mehr Kommunen an und ermöglichen Autofahrern, die Parkgebühren per Mobiltelefon zu bezahlen. Auch die Stadt Dortmund will sich jetzt einreihen.

Ohne Kleingeld zum Parkschein

Dabei setzen die Städte auf unterschiedliche Konzepte. Manche binden sich an einen einzigen Anbieter von „Handy-Parken“. Andere Kommunen lassen Autofahrer selber entscheiden, ob sie sich beispielsweise „Mobile City“, „Sunhill“ oder „Easy Park“ oder anderen Systembetreibern anschließen wollen. So soll es auch in Dortmund sein: Die Stadt will eine Plattform zur Verfügung stellen, über die Interessierte ihren eigenen Anbieter bargeldloser Parksysteme wählen können. Vorteil beim „Handy Parken“, das wahlweise auch „Smart Parken“ genannt wird: Autofahrer müssen kein Kleingeld mehr zur Hand haben, um die Parkuhr zu füttern. Zudem gibt es eine Abrechnung auf die Minute genau, bezahlt wird also die tatsächliche Parkdauer.

Um diese Vorzüge zu nutzen, müssen sich Autofahrer in der Regel bei einem Anbieter registrieren. Stellen sie ihren Wagen an einem Stellplatz mit Parkuhr ab, setzen sie ihren Anbieter übers Handy oder übers Smartphone (per App, SMS oder Anruf) ins Bild. Der Systembetreiber wird dann als Dienstleister tätig und überweist die Parkgebühr an die Stadt – die Abrechnung mit dem Kunden folgt später. Abhängig vom Konzept des jeweiligen Betreibers, erhalten der Kunde und die Stadt ein „virtuelles Parkticket“ - der Parkschein aus Papier fällt beim Handy-Parken komplett weg. Über eine Vignette an der Windschutzscheibe können die Mitarbeiter des Ordnungsamtes erkennen, ob bezahlt worden ist. Diese Vignette erhält der Kunde zuvor von seinem Anbieter.

Gibt er den Stellplatz wieder frei, informiert er seinen Anbieter ebenfalls. Umgekehrt haben Autofahrer auch die Option zu melden, wenn der Wagen länger stehen bleiben soll als zunächst geplant. Die vom Automaten angegebene Höchstdauer darf dabei jedoch nicht überschritten werden. So unterschiedlich die Konzepte der Anbieter, so unterschiedlich auch ihre Service- und Überweisungsgebühren, die für den Autofahrer dabei anfallen.

Zunächst nur Wall und City

Gibt der Verwaltungsvorstand sein „Okay“, soll das Projekt „Handy-Parken“ im kommenden Herbst starten, wie Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Anfrage bestätigt. Allerdings noch nicht im gesamten Stadtgebiet: „Es wird zunächst eine Pilotphase“, sagt Löchter. Die soll sich im ersten Schritt auf den Wallring und auf die City beschränken. Die in Frage kommenden Parkscheinautomaten werden mit den Hinweisen „Handy-Parken“ versehen. Wohlgemerkt: Wer will, kann dort auch weiterhin auf herkömmlichem Wege parken und den Automaten mit Münzen füttern. Nach einem Jahr werde Bilanz gezogen und entschieden, ob das Modell auf weitere Zonen oder gleich auf die ganze Stadt ausgeweitet wird, so Löchter.

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