Mit dem Kabarettist Jürgen B. Hausmann auf Nostalgie-Reise im Spiegelzelt gehen

Festival Ruhrhochdeutsch

Fressorgien bei Familientreffen, ein schielender Löwe im Fernsehen und Heidi offline in den Bergen - daraus schmiedet Hausmann witzige Anekdoten in seinem nostalgischen Rückblick.

von Britta Helmbold

Dortmund

, 15.08.2019 / Lesedauer: 3 min
Mit dem Kabarettist Jürgen B. Hausmann auf Nostalgie-Reise im Spiegelzelt gehen

Kabarettist Hausmann begeisterte im Spiegelzelt mit seiner amüsanten Zeitreise. © Jörn Neumann

Mit „Atemlos“ endete die äußerst amüsante Zeitreise mit Jürgen B. Hausmann alias Jürgen Beckers am Mittwoch beim Festival Ruhrhochdeutsch im Spiegelzelt. Mit Helene Fischers Hit ließ der Aachener Kabarettist allerdings Hänschen klein die Flucht ergreifen.

Umgedichtet hatte Hausmann in seinem neuen Jubiläumsprogramm „Jung, wat biste jroß jeworden“, das als Preview gleich an drei ausverkauften Abenden am Rheinlanddamm noch bis Freitag läuft, das bekannte Kinderlied passend zu den jeweiligen Epochen.

Fressorgien bei Familientreffen

Los geht der Nostalgie-Trip des fast 55-Jährigen Ende der 50er-/Anfang der 60er-Jahre - und zwar mit dem Thema Familienfeiern. „Erinnern Sie sich“, fragt Hausmann immer wieder - und natürlich erkennt sich das Publikum in vielen Situationen, die er beschreibt wieder. Von den Fressorgien bei den Verwandschaftbesuchen. Knaller war die Buttercreme-Torte. Denn damals sei Butter noch ungefährlich gewesen, das Cholesterin noch nicht entdeckt.

Beim Fernsehen am Samstag musste zwischen „Sportschau“ und „Daktari“ gewählt werden. Natürlich wollten die Kinder den schielenden Löwen sehen. Heute ideal für Productplacement, alle fünf Minuten ein Fielmann-Einspieler, meint Hausmann. Dazu fällt ihm seine Frau ein, die wegen einer Gleitsichtbrille, mit der sie nicht klar kam, vom Optiker gefragt wurde, ob sie es schon mit Linsen probiert habe. Ihre Antwort: „Ich kann nicht besser sehen, wenn ich furze.“

Heidi ist offline in den Bergen

Neben der Hitparade, einige Schlager werden kurz angestimmt, geht´s beim Fernsehen auch um Werbung. Und an die bekloppten Sprüche von einst, erinnern sich auch die Zuschauer, beenden Hausmanns Sätze - wie „Ariel wäscht nicht nur sauber, sondern rein“.

Wenn die Rede auf Kindersendungen kommt, darf Heidi nicht fehlen. Das Lied wird für die heutige Generation aufgepeppt: Das Mädchen hat kein WLAN, ist offline in den Bergen.

Wunderbarer Witze-Erzähler

Als dann der Regen auf´s Zeltdach prasselt, fällt dem Profi sogleich eine passende Anekdote ein. Mit seinen 20 Jahren Bühnenerfahrung versteht es Hausmann, Witze, dabei ist ihm nichts zu blöd, zu erzählen - und er kloppt einen nach dem anderen ´raus. Nicht nur das Publikum vergisst über das Lachen schon mal den Applaus, auch sein Musiker, Harald Claßen am Keyboard, muss lachen: „Der kennt noch nicht alle“, kommentiert Hausmann, der sich aber auch selbst über seine zum Teil abstrusen Einfälle beömmeln kann.

Erst nach zwei Zugaben entlassen die Zuschauer Hausmann von Bühne, danken für den heiter-humorvollen Abend mit ausgiebigem Applaus.

Lesen Sie jetzt