Mit dem Tatort-Kommissar übers Kokereigelände: Fünf Gründe für die neuen Mediaguides

rnKokerei Hansa

Auf Kokerei Hansa in Huckarde begrüßt jetzt der Dortmunder Tatort-Schauspieler Jörg Hartmann die Besucher. Und noch mehr ist neu bei den Mediaguides. Sie haben allerdings auch Schwächen.

Huckarde

, 25.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Mediaguide statt Audioguide: Die Kokerei Hansa in Huckarde hat aufgerüstet. Seit Neuestem gibt es bei einer Tour mit elektronischem Führer nicht nur allgemeine Informationen zu hören, auch die Koker selbst kommen zu Wort. Besucher können auf den Bildschirmen historische Fotos ansehen und Videoaufnahmen abspielen.

Wir haben die neuen Mediaguides getestet und fünf Gründe für eine Tour mit dem elektronischen Fremdenführer zusammengestell.:

Grund 1: Die Bedienung ist so leicht wie bei einem Smartphone

Die neuen Mediaguides sind umprogrammierte Smartphones - und dementsprechend einfach in der Handhabung. Wer mit einem Smartphone umgehen kann, kommt auch mit dem Mediaguide zurecht. Auf dem Touchscreen können Besucher auf der Startseite zwischen einer Auflistung der Hörstationen, einem Geländeplan und der Gebäudeinfo wählen. Auch eine Erklärung des Guides kann angeklickt werden.

Im interaktiven Geländeplan können Besucher sowohl die Gebäudeinfo (blauer Punkt) als auch die Hörstationen (orangefarbener Punkt) anklicken. Hier ist es empfehlenswert, heranzuzoomen, sonst verklickt man sich schnell. Achtung: Die ersten beiden Stationen (Begrüßung und „Kohle, Koks, Eisen und Stahl“) sind nur in der Auflistung zu finden.

Grund 2: Die neue Tour hat mehr Stationen als die alte - und ist momentan preisreduziert

14 Hörstationen hat die neue Tour. Vorher waren es neun - mehr können allerdings auch derzeit nicht besichtigt werden. „Fünf Stationen befinden sich leider im Baustellenbereich“, sagt Anna Gerhard, Pressesprecherin der Industriedenkmal-Stiftung. „Wann genau die Stationen begehbar sein werden, wissen wir noch nicht.“ Manche Bauarbeiten werden erst 2020 abgeschlossen sein. Anhören kann man jetzt schon alles. Derzeit gibt es den Mediaguide deshalb aber vergünstigt für 3 statt 5 Euro.

Grund 3: Den Stimmen des Guides kann man gut zuhören und folgen

Die allgemeinen Informationen an den Hörstationen werden von Dortmunder Tatort-Schauspieler Jörg Hartmann und Schauspieler Till Beckmann, der die kindgerechte Version vertont hat, erzählt. Beide haben angenehme Stimmen, denen der Zuhörer gut folgen kann.

In der Kinder-Version (ab 10 Jahre) erklärt Till Beckmann die Kokerei-Prozesse in einfachen Worten, zieht Vergleiche. „Hier wurde Koks gebacken, fast wie bei einem Kuchen“, sagt er beispielsweise an Station 3 (Am Eckturm).

Auch eine englischsprachige Führung für Erwachsene gibt es - allerdings ohne berühmten Sprecher. Die jeweilige Tour können Besucher im Hauptmenü auswählen.

Grund 4: Die Koker kommen selbst zu Wort

„Hier haben Väter ihre Söhne reingebracht, wir waren Familie Hansa“, erzählt ein Koker. Ein anderer sagt: „Die auf der schwarzen Seite nannten sich Kokspollacken, die auf der weißen Kehraffen.“ Denn im neuen Mediaguide kommen nicht nur die Sprecher zu Wort. Die Koker selbst erzählen Anekdoten.

Das macht die Tour authentischer und bringt einem die Geschichte der Kokerei Hansa näher. In Kombination mit historischen Bildern und Filmaufnahmen sind die Koker-Zitate ein echter Gewinn - sie machen die geschichtlichen Erzählungen der Sprecher lebendig. In der englischen Version sind die Zitate übersetzt.

Grund 5: Die Audiodateien, O-Töne und Videos sind nicht zu lang

Eine bis drei Minuten sind die Audiodateien, O-Töne und Videos jeweils lang. Nicht zu lang also. Die längstmögliche Tour dauert laut Anna Gerhard circa 180 Minuten, die kürzeste circa 60. Denn wer das Zusatzmaterial links liegen lässt, kann die Tour schneller beenden.

Mit dem Tatort-Kommissar übers Kokereigelände: Fünf Gründe für die neuen Mediaguides

Die Schilder für die Hörstationen der alten Tour könnten Besucher verwirren. © Carolin West

Die Hörstationen sind Dank Überleitungen zum Ende der Audiodateien leicht zu finden. Problematisch sind allerdings die Schilder der alten Tour, die noch an manchen Stellen hängen. Von denen sollten sich Besucher nicht verwirren lassen.

Ein Besuch auf Kokerei Hansa

  • Die Kokerei Hansa, Emscherallee 11, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
  • Der Eintritt ist frei, nur der Mediaguide kostet etwas.
  • Weitere Infos gibt des auf der Homepage der Industriedenkmal-Stiftung.
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