Mit diesen 3 Tipps werden Sie fit für das Tango-Tanzen im Westpark

rn„TangoGlück“

Ob in der Petrikirche, im Studio oder samstags im Westpark - Tango ist längst in Dortmund angekommen. Einfach mal einsteigen bei „Tanzen im Park“? Unsere Autorin hat sich zeigen lassen, wie.

von Alina Andraczek

Kaiserstraßenviertel

, 23.07.2019 / Lesedauer: 3 min

In dem lichtdurchfluteten Studio von Monica Hirsch Reinshagen fällt es leicht, sich auf die sanft wiegende Melodie des Tango einzulassen. Zur Musik bewegen meine Füße sich fast wie von selbst. Und damit ist bereits die erste Hürde genommen, um Tango zu tanzen. Denn beim Tango, sagt Monica Hirsch Reinshagen, geht es nicht um den Schein, sondern um‘s Fühlen. Zumindest in ihrem Tanzstudio „TangoGlück“. „Niemand muss hier etwas beweisen, das machen die Menschen im Alltag schon genug“, sagt die Tanzlehrerin.

Kurzurlaubs-Gefühl in Tango-Kursen

Den Eindruck hat zunächst nicht, wer einmal anmutig herumwirbelnde Tangotänzer beobachtet hat. Auf Tanz-Anfänger und Grobmotoriker wie mich wirkt der Anblick zunächst einschüchternd. Zum Beispiel im Westpark. Beim „Tanzen im Park“ wird in den Sommermonaten jeden Samstagabend Tango getanzt. Wie sogar ich dabei mitmachen kann, zeigt mir Tanzlehrerin Monica Hirsch Reinshagen.

Dafür bieten sie und ihr Mann Michael Hirsch Reinshagen ein besonderes Sommerprogramm im „TangoGlück“ an. In jeweils zweitägigen Kursen mit unterschiedlichen Schwerpunkten können auch Anfänger die ersten „Tango Basics“ erlernen. Kurzurlaubs-Gefühl für Daheimgebliebene und Intensiv-Training für Tanz-Begeisterte.

Mit diesen 3 Tipps werden Sie fit für das Tango-Tanzen im Westpark

Seit fünf Jahren lehren Monica Hirsch Reinshagen (links) und ihr Mann in ihrem Studio „TangoGlück“ in der Manteuffelstraße Tango. © Oliver Schaper

1. Regel: Denken ist nur hinderlich

Als Erstes müsse man lernen, die Musik und den Partner zu spüren, erklärt Hirsch Reinshagen. Die Musik, das ist bei ihr Tango Argentino, dessen sanfte Klänge ihr weitläufiges Tanzstudio erfüllen. Dazu wiegen wir uns leicht, während wir uns gegenüberstehen. Als die Tanzlehrerin den ersten Schritt auf mich zu macht, ist das überraschend unüberraschend. Nimme ich mir Zeit, die Musik zu spüren, kommen die Bewegungen ganz von allein.

Dass das Fühlen tatsächlich wichtiger ist als der Schein, merke ich schnell. Sobald ich zu sehr über meine Schritte nachdenke, gerate ich ins Stocken. Denken sei nur hinderlich, sagt auch Monica Hirsch Reinshagen. In ihrem Tanzstudio lehrt sie Tango Argentino, die ursprüngliche und weniger standardisierte Form des Tangotanzens. Die Tänzer bewegen sich dabei frei zur Musik. „Man weiß nie, was als nächstes kommt“, sagt Hirsch Reinshagen, „das ist Segen und Fluch zugleich.“

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So werden Sie zum Tango-Tänzer

Tango kann jeder erlernen. Vor eleganten Drehungen kommen aber erst einmal die Basics. Tanzlehrerin Monica Hirsch Reinshagen zeigt, worauf es beim Tango ankommt.
22.07.2019
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1.: Ein Gefühl für die Musik entwickeln...© © Schaper
... dann wird es auch was mit den ersten Schritten.© © Schaper
2.: Die richtige Körperhaltung. Gerade stehen, Füße beieinander, locker lassen.© © Schaper
Die eine Hand liegt in der der Partnerin oder des Partners, die andere auf dem Rücken. © © Schaper
Einer der Partner führt.© © Schaper
3.: Mit dem Partner bewegen. Beim Tango tanzt man nah aneinander, jede Bewegung entsteht gemeinsam.© © Schaper

2. Regel: Gerade stehen, Becken zurück, Füße beieinander

Hat man erst einmal gelernt, sich auf diese Freiheit einzulassen, ist die Körperhaltung beim Tango von Bedeutung. Im Alltag achte ich weniger darauf. Nun zeigt mir Monica Hirsch Reinshagen die richtige Haltung: Gerade stehen, Becken zurück, Füße beieinander. Mein Gewicht lege ich locker auf mein rechtes Bein, während ich versuche, meinen linken Fuß zu lockern. Beim Tanzen wiegen wir so von einer Seite auf die andere, machen im Takt der Musik unsere Schritte.

3. Regel: Die Tanzpartner sind sich sehr nahe

Dabei ist gerade das enge Tanzen mit dem Partner ungewohnt. Schon allein habe ich Probleme, nicht über die eigenen Füße zu stolpern. Im nächsten Schritt versuchen wir nun, in einer Art Umarmung nah beieinander zu tanzen. Monica Hirsch Reinshagen positioniert mich vor sich. Meine Wange und die der Tanzlehrerin berühren sich beinahe. Jetzt gilt es, nicht nur die Musik, sondern auch den Partner zu spüren. Daher sind die Tango-Kurse besonders bei Paaren beliebt. Streit und Alltagssorgen? „Hier tanzt man das einfach weg“, sagt Monica Hirsch Reinshagen.

Mit diesen 3 Tipps werden Sie fit für das Tango-Tanzen im Westpark

Auch jenseits der Kurse bietet der grüne Hinterhof den Tanzschülern Erholung. © Oliver Schaper

Das ist ihr und ihrem Mann auch am wichtigsten: den Tanzenden ein kleines Refugium zu bieten und ihnen Achtsamkeit zu vermitteln. „Wenn wir tanzen, ist das ein Spiegel dessen, wie wir mit dem Alltag umgehen“, sagt sie. Daher ginge es nicht einfach darum, Schritte zu lernen. Sondern um‘s Fühlen. Wer sich darauf einlassen kann, muss sich auch nicht schämen, einfach mal im Westpark mitzutanzen.

  • Die Tanzschule „TangoGlück“ liegt in einem grünen Hinterhof an der Manteuffelstraße 14, 44143 Dortmund. Weitere Infos und das Kursprogramm gibt es hier.
  • Wer den Sommerurlaub oder auch nur ein Wochenende nutzen möchte, um Tango zu lernen, besucht ein Sommerprogramm der Tanzschule. Je nach Niveau kosten die zweitägigen Intensivkurse 60 bis 150 Euro pro Person. Wer einmal hineinschnuppern möchte, kann auch eine „Kostprobe“ nehmen. Die nächsten Termine sind am 7. und 8 August.
  • Unter dem Namen „El Bombón“ findet im Sommer jeden Samstag Open Air Milanga auf der Tanzfläche im Dortmunder Westpark statt - zum nächsten Mal am 27. Juli von 17 bis 21 Uhr.
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