Mit Freundschaft und Fantasie stellen sich drei Kinder gegen die Härte des Lebens

rnPremiere im KJT

Von wegen, Kinder haben es leicht: Dani, Melanie und Mehmet müssen sich mit echten Problemen herumschlagen. Trotzdem: Das Stück „Agent im Spiel“ ist alles andere als deprimierend.

01.04.2019, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Achtmal in den vergangenen zwei Jahren musste der etwa zehnjährige Dani (Jan Westphal) umziehen. Denn seine Mutter Louise (Bianka Lammert) hat es nicht leicht, die gelernte Webdesignerin kriegt nur kurze, schlecht bezahlte Jobs, hat ständig Pech in der Liebe und das Geld reicht hinten und vorne nicht. Für Dani heißt das: dauernd neue Wohngegend, neue Schule, neue Menschen.

Dani findet blitzschnell neue Freunde

Doch Dani hat ein Talent: Er findet schnell Freunde. Und er hat Fantasie: Wenn das Leben ihm mal wieder Zitronen schenkt, erfindet er Dinosaurier, Zaubermäntel und andere Dinge, die aus einer schwierigen Situation ein cooles Abenteuer machen.

Seit Kurzem wohnen Dani und seine Mutter nun in der Rotbuchenstraße 92k, und wieder findet Dani schnell Freunde: Mehmet (Denis Wiencke), der darunter leidet, dass sein Vater nie mit ihm zufrieden ist. Und Melanie (Ann-Kathrin Hinz), deren Eltern geschieden sind und kein Wort miteinander reden – und stattdessen ausschließlich über ihre Tochter kommunizieren.

Sehr ernste Probleme, unterhaltsam erzählt

Das sei der besondere Reiz dieses Stücks, sagt Regisseurin Johanna Weißert beim Pressegespräch: „Es beschreibt sehr ernste Probleme von Kindern, aber es ist trotzdem sehr unterhaltsam. Es gibt immer wieder rührende, traurige Momente. Aber das Ende ist versöhnlich: Die Freunde bewähren sich als echte Freunde.“

Unterhaltsam dürfte auch die luftige Art sein, mit der Weißert das Bühnenbild behandelt. Vor Beginn des eigentlichen Stücks, während die Zuschauer zu ihren Plätzen gehen, sind die Schauspieler auf der Bühne zu sehen, wie sie das Bühnenbild zusammenbauen.

„Die Geschichte hat eine Zartheit“

Auch die Kulissenwechsel während des Stücks machen die Schauspieler selbst, mit einfachen Mitteln, so dass man erkennt, wie alles entsteht. „Das hat mit der Fantasieebene der Geschichte zu tun“, erläutert Weißert. „Die Geschichte hat eine Zartheit, da passt es gut, dass das Bühnenbild so leicht wirkt.“

Das betrifft auch die Musik: Denis Wienecke spielt im Stück Gitarre, außerdem nehmen die Schauspieler mehrmals Klänge auf der Bühne auf und spielen sie ab, wie Musiker bei einem Live-Konzert.

Fantasie und Vertrauen sind keine Zaubermittel, aber sie helfen

Dani, Mehmet und Melanie versuchen, ihre Probleme mit Fantasie und miteinander in den Griff zu bekommen. Aber auch die Fantasie hat Grenzen, sagt Weißert: Danis Vater kommt davon nicht zurück, Melanies Eltern bringt sie nicht wieder zusammen und die Schule bleibt für alle trotzdem schwierig. Aber die Fantasie mache vieles leichter, genauso wie die vertrauensvolle Freundschaft der drei Kinder.

Premiere ist am Freitag, 5. April, 19 Uhr, im Kinder- und Jugendtheater an der Sckellstraße 5-7. Infos und Karten gibt es auf der Seite des Theaters.
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