Mit Pelzen zum Flohmarkt

Innerhalb von nur zwei Stunden hat ein Einbrecher im Dezember 2006 seine komplette Beute verkauft: 26 Pelze gingen auf dem Uni-Flohmarkt über den Tisch. Gestern wurde der Mann verurteilt.

03.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Drei Geschäfts-Einbrüche in einer Nacht: Unter den Dortmunder Dieben zählte dieser Mann mit Sicherheit zu den fleißigsten. Obwohl: Einer der Beutezüge an der Saarlandstraße war damals in Wahrheit gar kein echter gewesen. Eine Bekannte (31) - die Inhaberin eines Kosmetiksalons - steckte in Geldschwierigkeiten und ließ sich von dem 40-Jährigen deshalb dazu überreden, ihren Laden zwecks Versicherungsbetruges auszuräumen.

«Die beiden benachbarten Geschäfte habe ich dann gleich auch aufgebrochen, damit das Ganze authentischer aussah», gab der Angeklagte gestern vor der 39. Strafkammer des Landgerichts zu. Und natürlich hatte er auch nichts gegen die dabei tatsächlich abfallende Beute auszusetzen. Die Pelzmäntel hatten immerhin einen Warenwert von stolzen 40 000 Euro.

Zwei Jahre und neun Monate Haft haben die Richter dafür gestern verhängt. Das wird für den 40-Jährigen aber mit Sicherheit noch nicht alles gewesen sein. Der Dortmunder hat bereits zahlreiche Vorstrafen kassiert - die letzten zwei davon waren Haftstrafen auf Bewährung. «Nun müssen sie natürlich damit rechnen, dass diese Strafen widerrufen werden», machte der Vorsitzende Richter Peter Windgätter dem Angeklagten wenig Hoffnung. Sollte es so weit kommen, drohen dem 40-Jährigen weitere dreieinhalb Jahre Haft.

Ein Komplize des Mannes, der ihm beim Tragen geholfen hatte, wurde gestern zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Inhaberin des Kosmetiksalons muss wegen Vortäuschens einer Straftat eine Geldstrafe von 1800 Euro zahlen. Immerhin hatte die 31-Jährige damals einen Einbruch vorgetäuscht und sogar auch schon mal bei ihrer Versicherung vorgefühlt, wie viel ihr denn wohl zustünde. von

Lesen Sie jetzt