Mit Tunnelblick durchs „Borusseum“

DORTMUND Ein Museum für Borussia Dortmund. Ein „Borusseum“. Die schwarzgelbe Tradition bekommt ein Zuhause im Stadion. 1000m² in der Nord-Ost-Ecke, Ebene 4. Ein großes Ziel. Wie groß, zeigt dies: Die Mannschaft will sogar ins Tonstudio gehen und das Vereinslied „Wir halten fest und treu zusammen“ singen. Der CD-Verkauf soll zur Finanzierung beitragen. „Hipp-Hipp-Hurra, Borussia!“

von Von Frank Fligge

, 17.11.2005, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Reinhard Beck (r.) und Olaf Suplicki, Vorsitzende der BVB-Fanabteilung, präsentieren das Borusseum-Logo.

Reinhard Beck (r.) und Olaf Suplicki, Vorsitzende der BVB-Fanabteilung, präsentieren das Borusseum-Logo.

Durch einen mit Kunstrasen bespannten Zeittunnel werden die Museumsbesucher auf den Spuren der ruhmreichen Borussia in Richtung Unendlichkeit schreiten. Weil Borussia, vor acht Monaten noch auf der Intensivstation, unsterblich ist. Aus dem Tunnel geht‘s nach links und rechts in Themenräume. Begleitet von Original-Tönen: die Meisterschaft 1956, der Jubel der Südtribüne.

Auch ein Auditorium ist vorgesehen, in dem Film- und Tondokumente abgespielt werden sollen. Ein spektakuläres Stadionerlebnis auch an Nicht-Spieltagen. Borussias Fanabteilung hat die museale Idee in den vergangenen Monaten intensiv vorangetrieben. Die Planungsgruppe Drahtler hat das „Borusseum“ entworfen. Kostenlos. Aus alter Verbundenheit zum BVB, so Ulrich Drahtler.

Dennoch entstehen Kosten: rund 400000€, so BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball, je nachdem, ob die Basis- oder die Deluxe-Variante zum Zuge kommt. Der Geschäftsplan sei in Arbeit. Er sei jedoch zuversichtlich, dass das „Borusseum“ profitabel betrieben werden könne. „Ein wirtschaftliches Risiko gehen wir nicht ein.“ Hans-Joachum Watzke, Geschäftsführer der KGaA, sprach gar von „einer der wirtschaftlich besten Entscheidungen der letzten Jahre“. Auf dem Weg, den Signal Iduna Park zu einer echten Erlebniswelt auszugestalten, sei das Museum „natürlich ein Meilenstein“.

„Tradition“ war gestern das Schlagwort. „Wir hätten das zurückliegende Jahr nicht überstanden, wenn die Tradition beim BVB nicht eine so herausragende Rolle spielen würde“, erklärte Rauball. Gerade in diesen Wochen spiele die Tradition im Zusammenhang mit der Umbenennung des Westfalenstadions wieder eine große Rolle. „Deshalb ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um mit dem Startschuss für das Borusseum die Bedeutung der Tradition zu betonen“, so Rauball.

Der ehrgeizige Fahrplan: Rechtzeitig zur WM soll das Museum eröffnen. Einige Exponate werden aus dem „Borussia Park“ auf der Nordtribüne hinüber in die Ecke wechseln, andere, noch nie gezeigte, werden hinzukommen. BVB-Historiker und -Archivar Gerd Kolbe ist mit im Boot. Zurzeit sei man dabei, die Ausstellungsstücke zu katalogisieren. Es sind viele, fast unzählige. Weshalb auch Wechselausstellungen geplant seien. „Das Borusseum“, so Olaf Suplicki, Vize der Fanabteilung, werde „leben“.

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