Mobbing? Angestellte klagt gegen Chef

Arbeitsgericht

Ein mutmaßlicher Mobbing-Skandal bei einem Dortmunder Inkassounternehmen beschäftigt seit Montag das Arbeitsgericht. Eine Angestellte der Firma wirft ihrem Chef vor, sie systematisch schlechter zu behandeln als alle übrigen Kollegen.

DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 27.02.2012, 13:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Fakt ist, dass sich die Klägerin dagegen schon lange über keine Anhebung ihres Bruttogehalts mehr freuen durfte. Insgesamt fordert sie das Unternehmen nun zur Nachzahlung von rund 1200 Euro auf. Mögliche Ansprüche aus früheren Jahren sind nach Auffassung der Richterin schon verjährt. Ob an den Vorwürfen etwas dran ist, wird sich frühestens im nächsten Verhandlungstermin Ende Mai herausstellen. Das Unternehmen wurde am Montag aufgefordert, bis dahin alle nötigen Unterlagen vorzulegen. Die Richterin stellte jedoch bereits klar: „Wenn es stimmt, dass alle Mitarbeiter die Gehaltserhöhungen bekommen, dann kann die Klägerin nicht ausgeschlossen werden. Das verstößt gegen das Gleichbehandlungsgebot.“

Der Grund für die angeblichen Mobbingaktivitäten liegt nach Meinung der Angestellten schon Jahre zurück. Seit sie Mutter geworden ist und vor dem Arbeitsgericht nicht nur ihren Anspruch auf Elternzeit, sondern auch ihr Recht auf anschließende Beschäftigung in Teilzeit durchsetzen musste, hängt angeblich der Haussegen schief. „Einen solch krassen Fall habe ich in 30 Jahren noch nicht erlebt“, sagt ver.di-Gewerkschaftssekretär Uwe Spadzinski. Angeblich darf die Klägerin als Teilzeitkraft nur noch Akten sortieren und nicht mehr an Betriebsausflügen und Weihnachtsfeiern teilnehmen. 

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