Es tut sich was im früheren Kaufhof-Gebäude: Eine Modekette bereitet ihren Einzug vor. © Beushausen
Westenhellweg

Modehaus hofft auf sinkende Inzidenz und plant Neueröffnung in der City

Ein neuer Mode-Anbieter in der City? Mitten in der Pandemie? Eine große Modekette will in Kürze nach Dortmund zurückziehen und am Westenhellweg eröffnen. Ein erster Vorbote ist bereits da.

Ungeachtet der Sieben-Tage-Inzidenzwerte treibt ein großes Modehaus die Vorbereitungen für die Eröffnung seiner Dortmunder Filiale voran.

Gern wäre das Bekleidungshaus Sinn bereits in der ersten Mai-Woche gestartet. Doch der erneute Lockdown hat den Terminplan durchkreuzt. Zu den Akten gelegt ist die Neueröffnung nicht, wie Sinn-Sprecher Friedrich-Wilhelm Göbel auf Anfrage sagt. „Wir kommen nach Dortmund zurück“, betont er.

Die Eröffnung ist lediglich um eine Woche verschoben. Die aktuellen Planungen sehen nun einen Zeitrahmen „zwischen dem 10. und 12. Mai vor“. Ob es dabei bleibt, hängt natürlich vom Verlauf der Pandemie und den aktuellen Inzidenzwerten ab.

Neustart: Im Oktober 2020 wurde Kaufhof geschlossen. Bald sollen sich im Erdgeschoss wieder Kunden tummeln. © Beushausen © Beushausen

Zurzeit liegt der Wert in Dortmund deutlich über 200. Geschäfte dürfen erst öffnen, wenn sich der Wert mindestens fünf Tage auf unter 150 einpendelt. Für den Fall gilt das Konzept „Click & Meet“. Das heißt: Kunden müssen einen Termin vereinbaren und einen negativen Schnellest vorlegen.

„2nd Season-Konzept“ im früheren Kaufhof

Bei vielen Händlern hatte „Click & Meet“ zuletzt eher für Ernüchterung gesorgt – die Kassen klingelten weit weniger stark als erhofft. Sinn will sich davon nicht irritieren lassen, sondern endlich in Dortmund auf den Markt kommen.

1999 hatte sich Sinn vom Westenhellweg zurückgezogen. Seit rund zwei Jahren sucht die Hagener Modekette nun wieder einen Standort in der City. Der ist inzwischen gefunden, wenn auch nur als Interimslösung: Sinn wird sein Geschäft über rund 2500 Quadratmeter im ehemaligen Kaufhof-Gebäude am Westenhellweg eröffnen – und dort das gesamte Erdgeschoss belegen. Die vorbereitenden Arbeiten laufen bereits.

Der Vertrag ist zunächst bis Ende 2022 befristet. Ab 2023 will Sinn dann seinen endgültigen Standort mit insgesamt 6000 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnen. Wo das sein wird, ist derzeit noch offen.

Geht das Bekleidungshaus sogar übers Erdgeschoss hinaus? Sinn schließt das nicht aus. © Beushausen © Beushausen

Auch die 2500 Quadratmeter im früheren „Kaufhof-Gebäude“ müssen nicht das letzte Wort sein: „Wenn es sich anbietet, werden wir in der Übergangszeit dort weitere Flächen mieten“, unterstreicht Göbel die Expansionsstrategie der Hagener Modekette.

Sinn plant ein „2nd Season“-Konzept. Im ehemaligen Kaufhof-Gebäude soll Damen- und Herrenmode angeboten werden, die wegen des Lockdowns 2020 gar nicht erst in den Verkauf gekommen ist. Nach Angaben von Sinn handelt es sich „um ausgesuchte Sortimente von mehr als 100 nationalen und internationalen Marken“. Es geht also nicht um Second-Hand-Angebote, wie das Bekleidungshaus betont.

Sinn betreibt eigenes Corona-Testzentrum

Aber nicht nur das: Mit Sinn kommt gleichzeitig ein Corona-Testzentrum ins frühere Kaufhof-Haus. Es ist bereits geöffnet und Dienstag (27.4.) in Betrieb gegangen. Betreiber ist die Sinn GmbH selber. „Für uns ist das nichts Neues, wir betreiben Testcenter an vielen Standorten“, sagt Göbel. Die Stadt Dortmund habe Sinn um ein solches Corona-Testcenter gebeten.

Der Aushang macht deutlich: Sinn sucht bereits Personal. Das Unternehmen will rund 40 Beschäftigte in Dortmund einstellen. © Beushausen © Beushausen

Für die Testungen zeichnet das Verkaufspersonal verantwortlich. „Wir haben rund 300 Verkäuferinnen und Verkäufer eigens schulen lassen“, erläutert Göbel. Die Kapazitäten des Dortmunder Sinn-Testcenters sollen so bemessen sein, „dass bis zu fünf Menschen gleichzeitig getestet werden können.“ Es soll allen City-Besuchern offenstehen.

Dabei handelt es sich um ein „Bürgertestzentrum“, das ohne vorherige Terminabsprache besucht werden kann. „Der Test ist kostenlos“, sagt Göbel. Ergibt sich ein positives Ergebnis, muss sich, wie üblich, zwingend ein PCR-Test beim Arzt anschließen. „Ist das Ergebnis negativ, stellen wir den Betreffenden ein Zertifikat aus, das 24 Stunden gilt und mit dem sie jedes Geschäft besuchen können“, sagt Göbel.

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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