Möchtegern-Wallraser zerlegt BMW bereits beim Anfahren – 50.000 Euro Schaden

Kurioser Unfall

Sich einmal wie ein Actionstar fühlen: Ein 20-jähriger Raser wollte auf dem Wall richtig durchstarten. Doch nach wenigen Metern war sein Wagen Schrott. Und da ging der Ärger für ihn erst los.

Dortmund

, 16.10.2019, 21:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Möchtegern-Wallraser zerlegt BMW bereits beim Anfahren – 50.000 Euro Schaden

Der Wall ist seit Jahren ein beliebter Treffpunkt für junge Autofahrer, die sich ein Rennen liefern wollen. © Oliver Schaper (Archivbild)

Wie die Polizei erst jetzt meldet, spielte sich am frühen Sonntagmorgen auf dem Burgwall eine denkwürdige Szene ab. Die Bühne war die Ampel an der Kreuzung Kuckelke.

Dort stand nach ersten Ermittlungen der Polizei und Zeugenaussagen gegen 5.50 Uhr ein schwarzer BMW M5. Der 20-jährige Fahrer und sein 26 Jahre alter Beifahrer – der eigentliche Halter des Wagens – hatten offenbar Lust auf ein wenig Nervenkitzel, auf ein illegales Rennen über den Wall, wie die Polizei vermutet. Als die Ampel auf Grün sprang, trat der Fahrer das Gaspedal voll durch.

Doch hatte der 20-Jährige wohl zu viele Actionfilme wie „Fast & Furious“ gesehen und zu wenig tatsächliche Fahrerfahrung mit schnellen Autos. Fakt ist, dass er nach wenigen Metern die Kontrolle über den BMW verlor. Er „kollidierte mit mehreren Begrenzungspfosten“, wie die Polizei nüchtern schreibt.

Polizei beschlagnahmt Schrott-BMW – 50.000 Euro Schaden

Als die Beamten vor Ort eintrafen, begann der Ärger für die beiden verhinderten Wallraser aber erst richtig: Die Polizei beschlagnahmte den Unfallwagen, der schwere Schäden an der Front und an der Seite aufwies – die Polizisten schätzten den Sachschaden auf stolze 50.000 Euro.

Der Fahrer musste noch vor Ort seinen Führerschein abgeben. Obendrauf gab es eine Anzeige wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen den neuen Paragraf 315d des Strafgesetzbuches, die Durchführung eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass es gar keinen „Gegner“ für ein Rennen gab: Schon das „rücksichtslose“ und „grob verkehrswidrige“ Anfahren reicht, damit der Paragraf greift, so die Polizei.

Möchtegern-Wallraser verloren auch Handys

Auto und Führerschein blieben nicht die einzigen Verluste der beiden Möchtegern-Raser aus Recklinghausen: „Da Hinweise vorlagen, dass die beiden das Ganze auch noch gefilmt hatten, beschlagnahmten die Beamten zusätzlich ihre Handys“, schreibt die Polizei weiter in ihrer Pressemitteilung.

Auf all das reagierte der Beifahrer derart aggressiv, dass die Beamten einen zweiten Streifenwagen riefen. Der 26-Jährige bekam eine Anzeige wegen des Verdachts der Anstiftung zum illegalen Autorennen.

Straßenverkehrsamt soll Führerschein-Entzug prüfen

Abseits der Polizei wird der Fahrer in naher Zukunft wohl auch noch Post vom Straßenverkehrsamt bekommen: Weil die Polizisten ernste Zweifel hatten an seiner Eignung, ein Fahrzeug zu führen, schrieben sie einen Bericht an die Behörde. Sie soll nun prüfen, ob dem 20-Jährigen der Führerschein entzogen werden kann.

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