Molche verlassen in Scharen den Phoenix-See

Gefährliche Tier-Wanderung

Hunderte Molche begeben sich momentan in Hörde auf eine lebensgefährliche Wanderschaft. Die unter Naturschutz stehenden Amphibien verlassen in Scharen den Phoenix-See - und finden auf Fuß- und Radwegen am See häufig den Tod. Wir sind den Hintergründen der Tier-Wanderung nachgegangen.

HÖRDE

09.09.2013, 14:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein junger Teichmolch auf der Hand einer Spaziergängerin: Die Amphibien verlassen ihr Laichgewässer, den Phoenix-See, und suchen bis zum ersten Frost ein sicheres Winterquartier.

Ein junger Teichmolch auf der Hand einer Spaziergängerin: Die Amphibien verlassen ihr Laichgewässer, den Phoenix-See, und suchen bis zum ersten Frost ein sicheres Winterquartier.

„Aus Naturschützer-Sicht ist der Phoenix-See ein tolles Gewässer“, schwärmt Dr. Erich Kretzschmar vom Naturschutzbund über das Areal, auf dem vor zehn Jahren noch ein Stahlwerk stand. Angebunden an die neue Emscher und den renaturierten Marks- und Lohbach ist im See eine vielfältige Biologie entstanden.Die Molche legen an den Unterwasserpflanzen im See ihre Eier ab, verbringen dort den Sommer und suchen dann Mäuselöcher, Höhlen, Keller und Kellerschächte, um zu überwintern. Die nächsten Wochen leben sie noch im Freien. Vor dem ersten Frost suchen sie ein sicheres Quartier.

„Keller sind nur dann geeignet, wenn sie kühl sind, denn in warmen Kellern trocknen sie aus“, erklärt Dr. Kretzschmar. See-Anwohner mit Molchen im warmem Kellern sollten die Amphibien deshalb ins Freie tragen. Helfen könnten Molch-freundliche Strukturen in See-Nähe. Zum Beispiel Steinhaufen. Auch auf die Hilfe der Spaziergänger sind Molche angewiesen. Die kleinen Kollegen vorsichtig auflesen „und in die Richtung tragen, in die sie gelaufen sind“, bittet der Naturschutzbund.

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