Monogam oder offene Beziehung - welche Paare trennen sich häufiger?

Befragung

Welche Beziehungen sind stabiler - monogame oder polygame? Eine Partnerbörse will das durch eine Mitglieder-Befragung herausgefunden haben - und kommt zu einem überraschenden Ergebnis.

Dortmund

, 22.09.2021, 17:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Monogam oder offen? Eine Partnerbörse hat verschiedene Beziehungstypen vergleichen.

Monogam oder offen? Eine Partnerbörse hat verschiedene Beziehungstypen vergleichen. © Hunter Newton/Unsplash

Monogamie oder offene Beziehung - in welcher Beziehungsform ist das Risiko, sich zu trennen, größer? Dieser Frage will eine Partnerbörse auf den Grund gehen.

Die Online-Partnerbörse Gleichklang hat 400 Mitglieder befragt, 151 Männer, 247 Frauen und 2 nicht-binäre Personen. Diese habe man nach ihrer Beziehungsform gefragt und danach, ob man noch zusammen sei oder sich getrennt habe.

So gaben 330 der Befragten an, in einer andauernden Beziehung zu sein, 70 Personen lebten getrennt. Von den 330 hatten sich wiederum 285 auf eine monogame Partnerschaft geeinigt.

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Von den 330 Personen, die eine Beziehung führen, waren nach eigenen Angaben 30 in einer offenen Beziehung - die also auch Sex mit anderen Personen haben. Unter den 70 Personen, die sich getrennt hatten, gaben sechs an, dass ihre letzte Beziehung eine offene war.

Wie hoch ist das Trennungsrisiko?

Die Partnerbörse fragte ihre Mitglieder auch danach, ob sie in ihrer Beziehung Sex haben. 15 der 330, die in einer Beziehung leben, gaben demnach an, dass es in ihrer Beziehung keinen Sex gebe. Unter jenen, die sich getrennt hatten, antworteten 5 der 70 Personen, dass sie in ihrer letzten Beziehung keinen Sex hatten.

Interessant wird es beim Thema Fremdgehen: Laut Gleichklang wurde in vier Beziehungen der 330 Liierten schon betrogen - entweder durch die befragte Person, den Partner oder beide. In zehn der 70 getrennten Beziehungen wurde fremdgegangen.

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Auf Basis dieser Zahlen stellt Gleichklang dann „Trennungsraten“ auf, die verglichen werden. Demnach ist das Trennungsrisiko in monogamen Beziehungen, in denen fremdgegangen wird, am größten - es liegt laut Gleichklang bei 71,4 Prozent. Auch eine von vier Beziehungen, in denen die Partner keinen Sex haben, geht in die Brüche, hier liegt die Trennungsrate bei 25 Prozent.

Deutlich niedriger ist das Trennungsrisiko in offenen Beziehungen (16,6 Prozent) und in monogamen Beziehungen, in denen die Partner sich treu sind (14,8 Prozent).

Offene Beziehungen sind nicht weniger stabil

Gleichklang bestätigt damit einerseits, dass - wenig überraschend - Fremdgehen ein Risikofaktor für Beziehungen ist. Die Befragung zeigt aber auch, dass Sex außerhalb der Beziehung das Trennungsrisiko nicht deutlich erhöht - wenn er denn im Rahmen einer offenen Beziehung vereinbart wurde.

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Der komplette Verzicht auf Sex ging in dieser Untersuchung tendenziell mit einer häufigeren Trennung von Paaren einher. Gleichklang weist in seiner Mitteilung aber auch daraufhin, dass die Menge der Befragten nicht für eine „statistische Signifikanz“ ausreiche, also nicht aussagekräftig sei.

Gleichklang zitiert in der Mitteilung auch einen Psychologen namens Guido Gebauer - der fasst die Ergebnisse dahingehend zusammen, dass Fremdgehen ein starker Risikofaktor für das Scheitern einer Beziehung sei.

Dennoch lasse sich häufig beobachten, dass selbst Personen, die eine Neigung zum Fremdgehen haben, sich immer wieder monogame Beziehungen suchen, die dann aber scheitern.

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Dies sei eine unnötige Entwicklung, sagt Gebauer, weil es mit der offenen Beziehung ja ein alternatives Beziehungsmodell zur Verfügung stehe. Dass offene Beziehungen instabiler sind, ließe sich angesichts der Gleichklang-Studie empirisch nicht begründen.

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