Morddrohungen via Whatsapp - Polizei ermittelt

Grundschule im Kreuzviertel

In den meisten Kettenbriefen geht es um Lappalien: Wenn du das nicht weiterleitest, nimmst du fünf Kilo zu oder hast drei Wochen Pech. Bei dem Kettenbrief, der jetzt in der Whatsapp-Gruppe einer vierten Klasse an der Peter-Vischer-Grundschule aufgetaucht ist, geht es hingegen um mehr: um Morddrohungen.

DORTMUND

, 16.05.2017, 11:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Via Whatsapp verbreitete sich der Kettenbrief.

Via Whatsapp verbreitete sich der Kettenbrief.

"Ich werde in einer Ecke stehen und dich die ganze Nacht lang beobachten. Ich sehe schrecklich gruselig aus, du wirst fast einen Herzinfarkt bekommen." Dieser Satz ist, verglichen mit dem Rest der Nachricht, noch eines der weniger heftigen Details aus dem Kettenbrief.

Konkrete Morddrohungen, brutale Bilder, aufgelistete Beispiele – kein Wunder, dass die mit Computerstimme aufgenommene Nachricht bei Kindern erst einmal Panik auslöst. Und sie – aus Angst – genau das tun, was der Urheber der Nachricht will: sie weiterverbreiten.

Eltern sind schockiert

Auf diesem Wege ist der Drohkettenbrief auch in der Whatsapp-Gruppe einer vierten Klasse der Peter-Vischer-Grundschule im Dortmunder Kreuzviertel aufgetaucht. „Wir sind alle total schockiert“, sagt eine Mutter gegenüber der Redaktion. Kinder und Eltern fragen sich jetzt natürlich: Wie gehen wir am besten damit um?

Polizei rät: löschen und nicht weiterleiten

Die Polizei hat auf Anfrage unserer Redaktion eine ziemlich klare Antwort auf diese Frage. Der Brief sollte sofort gelöscht und auf keinen Fall weiterverbreitet werden, sagt Polizeisprecher Gunnar Wortmann. Und er stellt auch klar: „Der Inhalt ist natürlich hochgradiger Schwachsinn.“ Natürlich hat er aber auch Verständnis, dass Kinder und Eltern besorgt sind, die Zehnjährigen eine solche Nachricht nicht sofort als schlechten Scherz einordnen können und Angst haben.

„Aber dafür sind wir da, dass wir das klarstellen“, sagt er. Die Nachricht aus der Gruppe hat die Pressestelle auch schon an die Kripo weitergeleitet, wo sie nun strafrechtlich geprüft wird. „Da wird ja ganz klar mit einer Straftat gedroht“, so Gunnar Wortmann. Über Facebook und Twitter warnt die Polizei Dortmund deshalb jetzt auch noch mal vor solchen Nachrichten. „Immer mal wieder“, so sagt er, ploppen bei der Polizei Nachrichten wie diese auf.

Vermitteln, dass Angst unbegründet ist

Wortmann verweist auch auf die Webseite mimikama.at , die Nachrichten wie diese sammelt. Dort ist zu lesen, dass Kettenbriefe wie dieser schon seit circa zwei Jahren in unterschiedlicher Form im Umlauf sind. Der Rat der Homepage entspricht dem der Polizei: Der Brief sollte gelöscht werden, auf keinen Fall weiterverbreitet.

Außerdem sollten Eltern, Lehrer oder andere Bezugspersonen den Kindern erklären, dass es Menschen gibt, die es lustig finden, anderen Menschen Angst einzujagen und sie auf diese Art zu erschrecken. Jedenfalls sollte den Kindern vermittelt werden, dass sie die Nachricht nicht ernst nehmen müssen und sie keine Angst haben müssen. 

Info-Veranstaltung geplant

Das versucht auch die Schule, den Schülern zu vermitteln, wie die Leiterin der Peter-Vischer-Schule, die ihren Namen nicht im Artikel genannt haben wollte, auf Anfrage unserer Redaktion betont. Nach Bekanntwerden des Briefes, "haben wir hier im Team auch noch mal besprochen, wie wichtig Medienerziehung in der Schule ist", sagte sie im Gespräch mit der Redaktion. Die Schulleiterin kann sich auch vorstellen, in Zukunft eine Info-Veranstaltung zum Thema zu veranstalten und dazu Polizei und Psychologen mit ins Boot zu holen. 

Diesen Post veröffentlichte die Polizei nach unserer Anfrage: 

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