Mordfall Dirk W.: Polizisten konnten keine Verletzungen erkennen

Landgericht Dortmund

Ausgerechnet an Weihnachten 2014 fanden Angehörige Dirk W. ermordet in seiner Wohnung. Ein Verdächtiger ist seit Anfang des Jahres gefasst, doch was genau in der Tatnacht passierte, ist noch unklar. Polizisten schilderten am Montag vor dem Landgericht den ersten Moment am Tatort.

Dortmund

29.06.2015, 14:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
In diesem Wohnkomplex im Clarenberg ereignete sich die Tat.

In diesem Wohnkomplex im Clarenberg ereignete sich die Tat.

Im Prozess um den „Mordfall Dirk W.“ hat das Landgericht am Montag die ersten Zeugen vernommen. Drei Polizeibeamte schilderten den Richtern der 31. Strafkammer ihre Eindrücke von den ersten Minuten am Tatort.

Gewaltsam die Luft abgedrückt

Keine Einblutungen in die Augen-Bindehäute, keine Strangulationsmerkmale: Dass der 43-jährige Mann in seiner Wohnung am Clarenberg eines gewaltsamen Todes gestorben war, war für die Polizisten nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Auch der später hinzu gerufene Rettungsdienst fand keine für einen Tod durch Erwürgen typischen Merkmale.

Dass Dirk W. an schweren Halsverletzungen gestorben war, wurde erst bei der anschließenden Obduktion der Leiche offensichtlich. Der Täter muss dem Opfer mit großer Gewalt die Luft abgedrückt haben. So hart, dass sogar Teile des Kehlkopfes brachen.

Angeklagter auch französischer Polizei bekannt

Unterdessen gehen die Spekulationen über das mögliche Alter des Angeklagten weiter. Während der junge Mann selbst behauptet, gerade erst 19 Jahre alt geworden zu sein, legte die Staatsanwaltschaft am Montag offenbar ein weiteres Schriftstück vor, das diese Angaben widerlegen könnte.

Der Angeklagte ist schon im Jahr 2004 einmal von der französischen Polizei erkennungsdienstlich behandelt worden. Und dort hatte er selbst andere Altersangaben gemacht. Demnach wäre er jetzt älter als 19 Jahre - und müsste somit nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden.

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