Mordfall Nicole-Denise Schalla: Busfahrer muss erneut als Zeuge aussagen

Schwurgericht

Im Prozess um den Mord an der Schülerin Nicole-Denise Schalla vor 25 Jahren muss ein Busfahrer zum zweiten Mal als Zeuge aussagen. Der Verteidiger des Angeklagten Ralf hatte noch Fragen.

Dortmund, Castrop-Rauxel

, 11.03.2019 / Lesedauer: 2 min
Mordfall Nicole-Denise Schalla: Busfahrer muss erneut als Zeuge aussagen

Der Busfahrer musste am Montag erneut als Zeuge aussagen. © Martin von Braunschweig

Mit Kopfschütteln und ungläubiger Miene verfolgten die meisten Zuschauer am Montag die erneute Vernehmung des Zeugen. Denn die Fragen, die Verteidiger Gencer Demir an den Busfahrer richtete, wirkten eher hölzern und wenig zielführend.

Demir konzentrierte sich auf eine polizeiliche Vernehmung des Busfahrers im Jahr 2018. Ob er sich erklären könne, warum er in dieser Befragung einige Dinge anders dargestellt habe als in seiner ersten Befragung unmittelbar nach dem Mord im Herbst 1993, wollte der Rechtsanwalt wissen. Die Antwort des Zeugen kam prompt: "Naja, dazwischen sind 25 Jahre ins Land gegangen..."

Gutachten noch nicht fertig

Unklar ist demnach, wie viele Personen seinerzeit zusammen mit der Schülerin den Bus an der Haltestelle Jungferntal verließen. Sicher ist sich der Busfahrer aber in einem: Nicole-Denise Schalla stieg aus dem Bus aus, setzte sich die Kopfhörer ihres Walkmans auf und lief los. Und direkt hinter ihr lief ein Mann.

Das neue, inzwischen dritte DNA-Gutachten in diesem Prozess ist unterdessen noch nicht vollständig erstellt worden.

Die Richter erwarten erst in den kommenden Tagen die Ergebnisse und wollen dann zum nächsten Verhandlungstag auch die Sachverständigen selbst ins Gericht bitten. Bisher wird der Angeklagte Ralf H. von einer einzigen Hautschuppe belastet, die ihm zugeordnet werden konnte. Das Zellmaterial war 1993 an der Leiche der damals 16-jährigen Nicole-Denise Schalla gesichert worden. Und zwar im Bereich der Leiste.

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