Mordfall Nicole Schalla: Richter retten zweiten Prozess gegen Ralf H.

rnEntscheidung des Oberlandesgerichts

Im zweiten Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla (†16) könnte es nun schneller gehen, als der Angeklagte gehofft hat. Ralf H. scheiterte mit einem Antrag vor dem Oberlandesgericht.

Dortmund, Castrop-Rauxel

, 20.08.2020, 16:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kein weiterer Aufschub, kein erneuter Richterwechsel: Der Prozess um den Mord an der Dortmunder Schülerin Nicole-Denise Schalla vor knapp 27 Jahren wird am kommenden Montag wie geplant fortgesetzt.

Die Rüge des Angeklagten zur Gerichtsbesetzung ist vom Oberlandesgericht Hamm als unbegründet zurückgewiesen worden. Das hat Gerichtssprecher Martin Brandt am Donnerstag bestätigt.

Zweiter Prozess hätte platzen können

Damit hat sich die Hoffnung von Ralf H. auf eine erneute Unterbrechung des Strafprozesses zerschlagen. Der 55-Jährige aus Castrop-Rauxel hatte kritisiert, dass es beim Dortmunder Schwurgericht einen Wechsel des Vorsitzenden Richters gegeben hatte.

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Rechtlich bedenklich, so die Argumentation seines Verteidigers. Wäre das Oberlandesgericht dieser Einschätzung gefolgt, wäre auch der zweite Prozess geplatzt.

Mutmaßlicher Mörder weiter auf freiem Fuß

Ralf H. wird vorgeworfen, die 16-jährige Nicole-Denise Schalla im Oktober 1993 auf dem Heimweg verfolgt und erwürgt zu haben – aus sexuellen Motiven. Ein erster Prozess war Anfang des Jahres geplatzt, nachdem eine Richterin erkrankt war.

Weil der Prozess nicht schnell genug wieder begonnen hatte, war der 55-Jährige im Juli sogar aus der Untersuchungshaft entlassen worden - trotz dringendem Mordverdacht. Seitdem befindet er sich auf freien Fuß.

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