Mordkomplott: Festnahmen in Dortmund und Dorsten

Frau in Berlin getötet

Es ist ein Mord im gutbürgerlichen Milieu, die Kaltblütigkeit der Täter ist erschreckend: Aus Habgier soll ein 23-jähriger Mann in Berlin den Mord an seiner Ex-Freundin in Auftrag gegeben haben. Der mutmaßliche Auftragsmörder ist ein 22-Jähriger aus Dortmund.

BERLIN/DORTMUND/DORSTEN

von Von Henning Brinkmann und Alexandra Heimken

, 29.06.2012, 12:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Zeugenaufruf der Polizei in Berlin.

Der Zeugenaufruf der Polizei in Berlin.

Weil er sich selbst den Mord nicht zutraut, fragt er in seinem Bekanntenkreis um Mithilfe. „Es ist erstaunlich, wie viele Menschen er in seine Pläne einbezogen hat“, sagt Stefan Redlich von der Berliner Polizei unserer Zeitung. Eine 26-jährige Dorstenerin, selbst Pferdenärrin, willigt ein, verspricht sich offenbar eine gemeinsame Zukunft. Über ihren Bruder, der selbst einmal im Gefängnis saß, heuert sie einen Auftragskiller (23) aus Dortmund an, der einwilligt, die Frau für 1000 Euro umzubringen.

In der fraglichen Nacht lockt Robin H. seine Ex-Freundin unter einem Vorwand in den beschaulichen Berliner Stadtteil Lübars. Doch Christin R. ist skeptisch, bringt zunächst eine Freundin mit. Nur eine halbe Stunde später bittet er um ein zweites Gespräch, der Grund diesmal: Die Dorstenerin wolle ein Pferd kaufen. Es gibt Sekt, die Stimmung ist ausgelassen – dann springt der Killer aus dem Gebüsch und erwürgt die junge Frau vor den Augen der Mittäter. Am Morgen findet ein Spaziergänger ihre Leiche. „Es handelt sich hier um eine sehr perfide geplante Tötung im gutbürgerlichen, gehobenen Milieu“, sagt der Berliner Oberstaatsanwalt Michael von Hagen.

Schnell gerät der Ex-Freund ins Visier der Fahnder. Daten seines Mobiltelefons beweisen: Er war am Tatort, was er bestritt. Die Freundin des Opfers weist die Ermittler auf die Dorstenerin hin. In der Nacht zu Donnerstag klicken in Dorsten und Dortmund die Handschellen. „ Die 26-Jährige hat inzwischen umfassend gestanden“, sagt die Berliner Oberstaatsanwältin Simone Herbeth. „Auch ihr Bruder und der mutmaßliche Auftragsmörder haben eine Beteiligung eingeräumt.“ Aufgrund der Aussagen der Dorstenerin habe man das Tatgeschehen nachvollziehen können, erklärt Herbeth. Schon zuvor soll ein Mordversuch gescheiter sein. K.o.-Tropfen sollten Christin R. töten. Doch sie trank nicht genug von einem mit Gift versetzten Getränk. Beim zweiten Versuch hatte sie keine Chance. hbr/ah

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