Motorrad-Demo mit 1000 Teilnehmern: „Haben unser Ziel erreicht“

rnBikers for Freedom

Die Stadt war voll mit Motorradfahrern: Mehr als 1000 von ihnen haben am Sonntag in Dortmund demonstriert. Der Veranstalter ist zufrieden - und warnt vor einer Radikalisierung.

Dortmund

, 27.07.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eindrucksvoll war es. Wann sonst sieht man mehr als 1000 Motorradfahrer gemeinsam durch die Straßen Dortmunds ziehen? So geschehen bei der „Bikers for Freedom“-Demo am Sonntag (26.7.). Der Veranstalter ist zufrieden.

Es sei alles sehr gut abgelaufen, sagt Organisator Kai Altmeyer am Tag nach der Demo auf Anfrage: „Auch der Einsatzleiter der Polizei hat mir gesagt, dass alles absolut ruhig verlaufen sei.“ Mit Ausnahme eines 29-Jährigen, der an der Demo teilnehmen wollte, aber keinen Führerschein, gefälschte Kennzeichen und Drogen im Blut hatte.

Rocker waren meist ohne Logo unterwegs

Das war aber der einzige Ausreißer an diesem Tag. Laut Altmeyer waren auch zwei, drei Gruppen bekannter Rocker-Clubs unterwegs - meist aber ohne Logo auf der Kutte.

„Ansonsten war von A wie Arbeiter bis Z wie Zahnarzt alles dabei“, sagt Altmeyer über die Zusammensetzung des Demo-Zuges. Auch nach der Veranstaltung selbst sei alles positiv verlaufen. „Wir hatten damit gerechnet, aufräumen zu müssen“, sagt Altmeyer. „Es wurden aber kein Müll und kein Dreck hinterlassen“, sagt er.

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Das Ziel habe man jedenfalls erreicht: „Wir haben auf uns aufmerksam gemacht.“ Für Dortmund sei vorerst keine weitere „Bikers for Freedom“-Demo geplant: „Wir planen ansonsten aber weitere Aktionen, hierfür befinden wir uns noch in der Abstimmung.“

Schon in anderen deutschen Großstädten hatte es zuvor Demos zum selben Zweck gegeben. Die „Bikers for Freedom“-Bewegung war entstanden, weil der Bundesrat mit einer Entscheidung Fahrverbote an Sonntagen für Motorräder möglich machen könnte - aus Lärmschutzgründen.

In Freiburg streuten Demo-Gegner Nägel auf die Strecke

Zeitgleich zur Demo am Sonntag in Dortmund fanden in Vechta, Frankfurt am Main, Dresden und Freiburg weitere Veranstaltungen mit tausenden Menschen statt.

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„Der Ablauf war an allen Orten genauso friedlich und geordnet wie in Dortmund“, sagt Kai Altmeyer: „Lediglich in Freiburg musste die Streckenführung geändert werden, weil im Bleichtal offensichtlich Nägel auf der Fahrbahn verstreut wurden. Da frage ich mich schon was das für Menschen sind, die meinen, der Zweck heiligt die Mittel und so Gesundheit und Leben nicht nur von Motorradfahrern, sondern auch anderer Verkehrsteilnehmer gefährden.“

In der Vergangenheit habe Altmeyer davon gehört und es „leider auch selbst erlebt“, dass in Kurvenbereichen beliebter Streckenabschnitte im Bergischen und im Sauerland Sand oder Split verstreut war.

„Dies stellt für Motorradfahrer eine außerordentliche Gefahr dar.“ Offensichtlich, so Altmeyer, führe die Diskussion um das Thema bei Motorradfahrern zu einer Sensibilisierung, bei den Motorradgegnern aber eher zu einer Radikalisierung, weil sie sich im Recht fühlten.

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