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Mumien-Räuber: "Das war alles völlig schräg"

Prozess-Auftakt

Als "Mumien-Räuber" hat ein 33-jähriger Dortmunder bundesweit Schlagzeilen gemacht. Seit Mittwoch steht er vor Gericht und sagt: "Das war alles völlig schräg."

DORTMUND

11.08.2016 / Lesedauer: 3 min

Aktualisierung 12.15 Uhr: Mumien-Räuber legt Geständnis ab

Bei einem Überfall auf die Volksbank-Filiale in Westerfilde hatte sich der 33-Jährige den Kopf mit Mullbinden umwickelt. Bei einem zweiten Raubzug in Unna war sein Gesicht mit Pflastern beklebt. „Ich wollte eigentlich gar kein Aufsehen erregen“, sagte der Dortmunder zum Prozessauftakt.

„Die Leute sollten denken, dass ich einen Unfall hatte.“ Hintergrund der Taten sei eine Lebenslüge gewesen. Er hatte seinen Eltern einfach nicht beichten können, dass er sein Lehramtsstudium geschmissen hat. Stattdessen habe er zu Hause immer erzählt, dass alles nach Plan laufe. Als seine Eltern während des angeblichen Referendariats ihre Unterstützung eingestellt hätten, sei er in echte Not geraten.

„Ich habe Flaschen gesammelt und in meinem Auto auf dem Uni-Parkplatz gelebt“, sagte er den Richtern. Zum Duschen sei er in die Sporthalle gegangen und im Winter habe er bis Mitternacht in der Bibliothek gesessen. „Da war es schön warm.“

Später habe er über die Vermittlung seiner Mutter zwar einen Aushilfsjob als Lehrer bekommen. Weil er jedoch nirgendwo gemeldet war und auch kein Konto hatte, sei ihm kein Geld überwiesen worden. Der 33-Jährige war einen Tag nach dem zweiten Überfall festgenommen worden. Nach seinem umfassenden Geständnis hofft er nun auf eine Bewährungsstrafe.

Vorbericht 9.52 Uhr: Prozessauftakt

Bei zwei Überfällen in Westerfilde im Dezember 2014 und ein Jahr später in Unna soll der 33-jährige Dortmunder sein Gesicht mit ungewöhnlichen Verkleidungen getarnt haben - in Westerfilde mit Mullbinden, in Unna mit Pflastern. In Dortmund erbeutete er 8500 Euro.

Nach Angaben seiner Verteidigerin Dr. Arabella Liedke hat der 33-Jährige sein Leben inzwischen jedoch komplett umgekrempelt. Er habe einen Aushilfsjob im Baumarkt, leiste Schadenswiedergutmachung und zahle Schmerzensgeld.

„Zu Hause war der Erwartungsdruck immer sehr hoch“, so Arabella Liedke. Dem habe er nicht standgehalten. Als der 33-Jährige sein Studium geschmissen habe, habe er seinen offenbar sehr vermögenden, erfolgreichen Eltern kein Wort davon erzählt. Er habe einfach als Aushilfslehrer gearbeitet – ohne Bezahlung. Um trotzdem an Geld zu kommen, soll er schließlich zum Bankräuber geworden sein. 

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