Mumien-Räuber unterrichtete zum Thema Banküberfall

Aushilfslehrer am Gymnasium

Es war ein aufsehenerregender Fall: Hanno M., 33 Jahre alt, hatte im Dezember 2014 in Westerfilde eine Bank überfallen. Der gescheiterte - und inzwischen verurteilte - Lehramtsstudent ohne festen Wohnsitz hatte als Aushilfslehrer an einem Dortmunder Gymnasium gearbeitet – mit laut Schülerangaben speziellen Lehrinhalten.

DORTMUND

, 15.09.2016, 10:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
So sah der "Mumien-Räuber" bei seinem Überfall der Westerfilder Volksbank im Dezember 2014 aus. Der Räuber hatte sein Gesicht zur Tarnung einbandagiert.

So sah der "Mumien-Räuber" bei seinem Überfall der Westerfilder Volksbank im Dezember 2014 aus. Der Räuber hatte sein Gesicht zur Tarnung einbandagiert.

Ein weiterer Banküberfall scheiterte, Hanno M. wurde gefasst und inzwischen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. In der Zwischenzeit wurde klar: Der gescheiterte Lehramtsstudent ohne festen Wohnsitz hatte als Aushilfslehrer an einem Dortmunder Gymnasium gearbeitet – mit laut Schülerangaben auch speziellen Lehrinhalten.

Fragen und Antworten zu dem Fall:

Wann hat der Mann als Lehrer gearbeitet?

Laut Auskunft der Bezirksregierung hat er mit 8 bis 12 Wochenstunden vom 1. Februar 2014 bis zum 25. Januar 2016 in Dortmund als Aushilfslehrer für Geschichte gearbeitet. In Witten arbeitete er vom 31. August 2015 bis zum 29. Januar 2016.

Hat er dafür Geld bekommen?

Nein. Da er nirgendwo gemeldet war und auch kein Konto hatte, konnte ihm kein Geld überwiesen werden. Eine Nachzahlung des Gehaltes ist nicht vorgesehen.

Wie konnte ein Mann, der nicht gemeldet ist und kein Konto hat, als Aushilfslehrer arbeiten?

Laut Auskunft der Bezirksregierung wird sowohl die Auswahl als auch die Entscheidung für einen Vertretungslehrer durch die jeweilige Schule getroffen. Schreiben an den Lehrer werden über die Schulpost geschickt, das sei auch damals mit dem Arbeitsvertrag und der Anforderung von Einstellungsunterlagen geschehen. Da der Mann der Aufforderung, weitere Unterlagen einzureichen, nicht nachgekommen ist, verlief sich der Vorgang.

Wie viele Aushilfslehrer arbeiten eigentlich in Dortmund und wer kontrolliert, wer da tätig ist?

In Dortmund arbeiteten zum Stichtag für die Erfassung der allgemeinen Schulstatistik (Oktober 2015) 194 Aushilfslehrer, im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg 1600. Um als Vertretungslehrer zu arbeiten, muss man zuvor von der Schulleitung ausgewählt werden und dann von der Bezirksregierung einen entsprechenden Arbeitsvertrag erhalten.

Wie beschreiben Schüler, die von dem Mann unterrichtet worden sind, seinen Lehrstil?

Grundsätzlich gut, er habe ein sehr großes Wissen im Bereich Geschichte gehabt und das auch gut vermitteln können. Die Bekleidung sei ein wenig merkwürdig gewesen, oft zu weit. Etwas speziell sei vielleicht gewesen, dass der Mann Videos der Heavy-Metall-Band Slayer im Unterricht gezeigt habe. Und einmal sei auch Thema gewesen, wie man eine Bank überfällt. Unauffällig müsse man sein und nicht zu viel Geld erbeuten, das würde sonst bei einer potenziellen Flucht auffallen. Überraschend sei auch gewesen, dass der Mann auf einmal weg und auch für die Schulleitung nicht mehr zu erreichen war. 

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