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Musical-Krimi lässt den Mond von Wanne-Eickel als Diamant erstrahlen

rnTrallafitti-Theater

Beim umjubelten Jubiläumskonzert sang sich der Showchor Trallafitti vielfältig durch acht Jahrzehnte Musikgeschichte und erzählte nebenbei einen witzigen Krimi.

Saarlandstraßenviertel

, 06.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Neunmal haben „die Trallas“ im vergangenen Jahr ihren Musical-Krimi „Ein Schiff namens Wanda“ im kleinen Kubus-Theater an der Saarlandstraße auf die Bühne gebracht. Neunmal ausverkauftes Haus (oder fast), zwischendurch sind die neun fröhlichen Damen beim WDR-Wettbewerb „Die besten Chöre im Westen“ bis ins Halbfinale gekommen und im Fernsehen aufgetreten.

Entsprechend gut ist die Stimmung, ist die Lust am Singen am Jubiläumsabend. 15 Lieder werden die Trallas beim Konzerts singen, unterbrochen von kurzen Spielszenen aus der Krimigeschichte von Klaus Mitschke.

Die Geschichte zum „Mond von Wanne-Eickel“

Und die Geschichte geht so: Dörte Denzing war Chefin einer Diebesbande, die russische Millionäre auf einer Kreuzfahrt ausgeraubt hat. Als sie jetzt aus der Haft entlassen wird, sind ihre alten Komplizinnen zur Stelle, um ihren Anteil an der Beute zu fordern. Denn nur Dörte weiß, wo die Juwelen versteckt sind, deren Prachtstück ein Diamant namens „Mond von Wanne-Eickel“ ist.

Dumm nur, dass Dörte sich an nichts mehr erinnern kann und sich nur noch mit Eichhörnchen und Fliesen unterhält. Um ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, spielen die Komplizinnen Dörte die Weltreise von damals noch einmal vor…

Bekannte Lieder im Stil der Comedian Harmonists

Ob „Diamonds are a girl‘s best friend“ von Marilyn Monroe, Zarah Leanders „Waldemar“ oder der „L.A. International Airport“: Im „Close-Harmony“-Stil, der an die legendären Comedian Harmonists erinnert, nehmen die Trallas ihre knapp 80 Gäste mit auf eine musikalische Reise durch die Geschichte der Popmusik - und dies in einer überraschenden Vielfalt.

Während beim „Waldemar“ von 1940 vor dem geistigen Auge ein alter UFA-Kinosaal auftaucht, entführen die Trallas mit Susan Rayes Hommage an den Flughafen von Los Angeles in die Countryszene der 70er Jahre. Für begeisterten Zwischenapplaus sorgt Caterina Valentes fast vergessene Schlagerschmonzette „Milch von der Kokosnuss“, die die Trallas, alle zwischen 36 und 55 Jahre alt, mit Witz in Mimik und Betonung interpretieren.

Musical-Krimi lässt den Mond von Wanne-Eickel als Diamant erstrahlen

Sangesfreudig und vielstimmig sind die „Trallas“. © Schaper

Zu allen Titeln haben sie kleine Choreographien einstudiert, die entweder an das Original erinnern – oder dieses ironisch brechen. Immer wieder gluckst und kichert es da im Publikum, in dem viele Menschen mittleren Alters, aber auch junge Erwachsene und Teenager sitzen.

Die gespielten Szenen führen die Trallas zwischen den zwei Stuhlreihen mitten im Saal auf – näher kann man seinen Gästen nicht kommen. Und als nach gut 110 Minuten Weltkonzertreise der „Mond von Wanne-Eickel“ im Graben von Schloss Strünkede doch noch gefunden und entsprechend euphorisch (nach Friedel Hensch) besungen wird, gibt die Band um Martin Siehoff (Schlagzeug), Denis Prosenc (Kontrabass) und Heinrich Altemeier (Gitarre) noch einmal alles.

Bevor aber Hauptdarstellerin Miriam Bianconi alias Dorothy für ihre stimmliche und mimische Wucht gefeiert wird, gibt es mit „Fiesematenten“ noch eine göttliche Hommage auf die Sprache des Ruhrgebiets. Kein Zweifel: Diese Trallas sind ein Knaller!

Musical-Krimi lässt den Mond von Wanne-Eickel als Diamant erstrahlen

Originelle Einfälle machen das Stück sehenswert. © Schaper

Neue Show im November

Die Idee zur Gründung des Chores entstand 2014 in Riga, dort erlebten zwei der „Trallafittis“ einen Showchor, „der uns einfach umgehauen hat“. Britta Adams: „Das waren zwar 80 junge Männer zwischen 14 und 20, aber wir dachten: So was müssten wir doch auch hin bekommen!“ Der Showchor Trallafitti plant seine nächste Premiere für Mitte November, der Titel der Ruhrpott-Revue steht noch nicht fest. Infos und Termine: www.trallafitti-showchor.de

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