„Musik stärkt den Gemeinsinn“ geht weiter – und schlägt Neonazis in die Flucht

rnMarten liebt Vielfalt

Die Reihe „Marten liebt Vielfalt – Musik stärkt den Gemeinsinn“ geht nach der Sommerpause weiter. Drei Veranstaltungen gibt es – und bei einer sind sogar Dortmunder Philharmoniker dabei.

Marten

, 11.09.2019, 13:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neonazis in Marten – ein Bild, das die Martener nicht dulden wollten. Anfang dieses Jahres haben sich deshalb unter Initiator Gerhard Stranz das Martener Forum und die drei Kirchengemeinden zusammengeschlossen. Zusammen wollen sie ein Zeichen gegen Rechts setzen: mit Musik.

Mit „Musik stärkt den Gemeinsinn“ hat sich Gerhard Stranz als Sänger in zwei Chören an das Projekt „Marten liebt Vielfalt“ des Martener Forums angeschlossen.

„Wir bekennen uns zur Demokratie und werden den Ort nicht den Neonazis überlassen“, sagte Monika Rößler, Sprecherin des Forums, zum Auftakt der Veranstaltungsreihe.

Der erste Teil der Reihe hat die Menschen zusammengebracht

Und bereits der erste Teil der Reihe scheint Wirkung gezeigt zu haben. Alle Beteiligten seien näher zusammengerückt, um sich für den Gemeinsinn einzusetzen, so Ingo Rößler vom Martener Forum.

„Das Klima hier hat sich geändert“, sagt er. „Und Rechtsgesinnte habe ich schon lange nicht mehr gesehen – wir haben Raum gewonnen.“

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Grund genug, um weiterzumachen. Deshalb geht es nun nach einer Sommerpause mit dem zweiten Teil der Veranstaltungsreihe weiter. Drei Konzerte sind für September und Oktober geplant. Und Gastgeber sind wieder die Kirchengemeinden. „Das Thema ‚Gemeinsinn‘ bekommt einen völlig neuen, viel größeren Stellenwert“, nennt Jörg von Oppenkowski, Gemeindevorsteher der Neuapostolischen Kirche, einen der Gründe für das erneute Mitwirken seiner Gemeinde.

Das erste Konzert: „Klassik macht Mut - Brahms und Co. beflügeln“

In der Neuapostolischen Kirche, Altenrathstraße 8, wird die Auftaktveranstaltung stattfinden. Am Montag (16.9.) können Besucher dort dem Konzert „Klassik macht Mut - Brahms und Co. beflügeln“ lauschen. Dabei tritt das Alma Streichquartett um Markus Beul auf. Ergänzt durch zwei Mitglieder der Dortmunder Philharmoniker spielen die Musiker an diesem Abend ein Streich-Sextett des Komponisten Johannes Brahms.

„Musik stärkt den Gemeinsinn“ geht weiter – und schlägt Neonazis in die Flucht

So sah das Konzert zu dem Motto „Verzagt nicht“ im ersten Teil der Veranstaltungsreihe aus. © Lohsträter

Doch den Anfang macht ab 19 Uhr der neue Reinoldikantor und international gefragte Organist Christian Drengk. Im Anschluss an das Sextett spielt dann das Bezirksorchester der Neuapostolischen Kirche Dortmund unter der Leitung von Jörg Moderlak. „Am Ende sollen alle gemeinsam singen - auch die Besucher“, verrät er. „Wir haben dazu das Abendlied ‚Nun ruhen alle Wälder‘ mitgebracht.“

Das zweite Konzert: „Lebensfreude in aller Welt - Kinderlieder mit Wolfgang Hering

Gar nicht ruhig geht es am Sonntag (6.10.) weiter. In der katholischen Kirche Heilige Familie, Sadelhof 16, können sich an diesem Tag Kindergartenkinder und Grundschüler musikalisch austoben. Wolfgang Hering wird mit den Kindern Lieder aus aller Welt singen - auch Eltern und Großeltern sind dazu eingeladen.

Das Mitmach-Konzert startet um 15 Uhr. Ab 12 Uhr findet rund um die Kirche außerdem der Heidemarkt mit Kinderfest, Café und Mittagessen statt

Das dritte Konzert: „Chor-Fest: Wir lieben Vielfalt“

Den Abschluss des zweiten Teils der Veranstaltungsreihe bildet das „Chor-Fest: Wir lieben Vielfalt“. 16 Chöre mit circa 400 Sängern werden am Samstag (12.10.) in der Immanuelkirche, Bärenbruch 17-19, Lieder aus ihrem Repertoire singen. Mit dabei sind nicht nur klassische Chorlieder, sondern auch Jazz, Pop und Gospel.

Die Veranstaltung dauert von 10.30 bis 19.30 Uhr. „Dieses Fest hat Vorbildcharakter“, sagt Torsten Mosgraber, Direktor des Klangvokal-Festivals, der den Abend moderieren wird. „Es ist sensationell, wie viele hier zusammenarbeiten.“ Drei Mal wird es an diesem Tag zudem einen gigantischen Mitsing-Chor geben, bei dem alle mitmachen können.

Mit mehr als 800 Besuchern rechnet Gerhard Stranz an diesem Tag. „Da war der Organisationsaufwand schon groß“, gibt er zu. „Aber es geht hierbei ja vor allem um eines: Wir sind nicht irgendein Stadtteil - zu uns kommen auch die großen Künstler.“ Und das alles, um für Vielfalt einzustehen.

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