Mutmaßlicher Lidl-Erpresser saß wegen Mordes

Prozessauftakt

Vor dem Landgericht hat der Prozess gegen zwei mutmaßliche Lidl-Erpresser begonnen. Sie waren im Januar festgenommen worden, nachdem sie mit Pflanzenschutzmittel vergiftete Lebensmittel in verschiedenen Filialen deponiert hatten – unter anderem in Dortmund. Einer der Angeklagten ist bereits wegen Mordes vorbestraft.

DORTMUND

von Martin von Braunschweg

, 06.07.2017, 13:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mutmaßlicher Lidl-Erpresser saß wegen Mordes

Das Foto zeigt den wegen Mordes vorbestraften Angeklagten beim Abnehmen der Handschellen.

Der heute 46-Jährige wurde 1993 vom Aachener Schwurgericht zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er seine Lebensgefährtin getötet hatte. Nach 15 Jahren kam der Angeklagte wieder auf freien Fuß. Jetzt droht ihm aber erneut der Gang ins Gefängnis.

Zusammen mit dem ein Jahr jüngeren Mitangeklagten soll der Mann im Herbst 2016 mehreren englischsprachige E-Mails an den Lebensmittel-Discounter Lidl verschickt und darin die Zahlung von fünf Millionen Euro in der Internetwährung Bitcoin gefordert haben.

Im Oktober, November und Januar wurden schließlich vergiftete Produkte in mehreren Märkten gefunden. Die Täter hatten Zucker, Nougatcreme und Zahnpasta mit nicht tödlich wirkendem Pflanzenschutzmittel versetzt und in die Regale gestellt. „Sie rechneten damit, dass es zu Durchfallerscheinungen bei den Käufern kommen würde“, heißt es in der Anklageschrift.

Zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft haben sich die Angeklagten bislang noch nicht geäußert. Ihre Verteidiger kündigten jedoch an, dass dies Mitte Juli nachgeholt werden soll.

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