Mutmaßlicher U-Bahn-Treter steht ab heute vor Gericht

Haltestelle Scharnhorst

Einen Monat nach der Verurteilung des U-Bahn-Treters von Berlin muss sich das Dortmunder Landgericht ab Mittwoch mit einem ähnlichen Fall befassen. Ernsthaft verletzt wurde bei diesem Angriff allerdings niemand - wahrscheinlich wegen einer Mischung aus Glück und Geschick.

DORTMUND

09.08.2017, 02:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Seit Mittwoch muss sich der mutmaßliche U-Bahn-Treter vor Gericht verantworten.

Seit Mittwoch muss sich der mutmaßliche U-Bahn-Treter vor Gericht verantworten.

Die Bilder würden sich wahrscheinlich ähneln. In Berlin hatte eine Überwachungskamera aufgezeichnet, wie eine junge Frau im vergangenen Oktober von hinten eine Treppe herunter getreten wird. Die Studentin hatte Glück im Unglück: Sie erlitt nur einen Armbruch und Platzwunden.

In Dortmund waren die Opfer ein Mann, der auf dem Weg zur Arbeit war, und eine Frau, die ebenfalls gerade auf einer Treppe stand. Tatort war die U-Bahn-Station Scharnhorst.

Mischung aus Glück und Geschick

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angreifer am 16. Januar 2017 völlig unvermittelt zugetreten hat. Der Mann wurde am Brustbein getroffen und erlitt eine schmerzhafte Prellung. Die Frau konnte dem Tritt gerade noch ausweichen. Sonst wäre wohl ihr Kopf getroffen worden. Dass keiner von beiden gestürzt ist, war wahrscheinlich eine Mischung aus Glück und Geschick. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Frau gerade noch am Treppengeländer festhalten konnte.

Der Täter war damals von einem Sicherheitsmitarbeiter verfolgt worden, der alles beobachtet hatte. Wie es heißt, soll er dabei sofort die Polizei eingeschaltet haben.

Verdächtiger soll unter Verfolgungswahn gelitten haben 

Im Gegensatz zu dem Verfahren in Berlin geht es im Dortmunder Prozess allerdings nicht um Bestrafung. Der mutmaßliche Täter aus Dortmund gilt als schuldunfähig. Die Ermittler gehen davon aus, dass er zur Tatzeit unter Verfolgungswahn gelitten hat – als Folge einer paranoiden Schizophrenie.

Wegen der extremen Gefährlichkeit des Mannes strebt die Staatsanwaltschaft jedoch die unbefristete Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie an. Der U-Bahn-Treter aus Berlin war dagegen zu zwei Jahren und elf Monaten Gefängnis verurteilt worden. 

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