Mutmaßlicher Vergewaltiger verfolgte Frauen durch die Nordstadt

rnProzessauftakt am Landgericht

Vor dem Landgericht hat der Prozess gegen einen 32-Jährigen begonnen. Die am Dienstag verlesene Anklageschrift der Staatsanwaltschaft schildert wahre Albtraum-Taten.

Dortmund

, 07.07.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Innerhalb einer Woche soll der 32-jährige Angeklagte im Dezember 2019 zwei Frauen überfallen und sexuell misshandelt haben. Laut Staatsanwaltschaft lauerte er den Opfern nachts auf der Straße auf und verfolgte sie auf dem Heimweg durch die Nordstadt.

Bei der ersten Tat soll er die Frau erst am Fahrstuhl in dem von ihr bewohnten Mehrfamilienhaus an der Schützenstraße eingeholt haben. Dort soll er die völlig arglose Frau von hinten gepackt und so heftig mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, dass diese bewusstlos wurde.

Opfer erlitt Knochenbrüche

Das Martyrium der Frau war aber offenbar noch nicht vorbei. Laut Anklage schleifte der Mann das Opfer an den Füßen die Kellertreppe herunter. Dort soll er die Frau entkleidet und vergewaltigt haben, ehe er sich ihren Rucksack schnappte und floh.

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Durch die Schläge soll die Frau unter anderem Brüche des Nasenbeins, des Kiefers und der Augenhöhle erlitten haben. „Es bestand akute Lebensgefahr“, heißt es in der Anklageschrift.

Frau ruft laut um Hilfe

Nur eine Woche später schlug derselbe Täter dann offenbar erneut zu. Ausgangspunkt seiner Verfolgung war diesmal der Nordausgang des Hauptbahnhofs. Und wieder führte ihn sein Weg schließlich in den Hausflur eines Mehrfamilienhauses in der Nordstadt.

Diese Frau hatte jedoch gleich doppeltes Glück im Unglück: Zum einen wurde sie nicht ohnmächtig, sodass sie laut um Hilfe rufen konnte. Zum anderen wurden diese Schreie von einem Nachbarn gehört, der sofort einschritt. Auch im Fall dieses Opfers spricht die Staatsanwaltschaft angesichts der massiven Gesichts- und Kopfverletzungen des Opfers von „potenzieller Lebensgefahr“.

Tat aus 2016 aufgeklärt?

Nach der Festnahme des Angeklagten kurz darauf konnte die Polizei schließlich auch einen weiteren Albtraum-Überfall aus dem Jahr 2016 aufklären. Die Vorgehensweise der Taten ist so ähnlich, dass es nach Ansicht der Ermittler keinen Zweifel daran gibt, dass der Mann auch diese verübt hat.

Obwohl sich die Frau nach der ersten Attacke damals heftig wehrte, soll es der Angeklagte geschafft haben, sie gegen ihren Willen zu küssen und einen Finger unter ihre Unterhose zu schieben. Die Flucht ergriff der Täter dann, nachdem er die Handtasche und das Mobiltelefon der Frau an sich genommen hatte.

Angeklagter schweigt

Zu Prozessbeginn erklärte Verteidiger Dieter Kaufmann im Namen seines Mandanten: „Wir werden vorerst keine Angaben zur Sache machen.“ Er regte ein sogenanntes Rechtsgespräch mit Richtern und Staatsanwaltschaft an. „Vielleicht kann man den Frauen ja eine Zeugenvernehmung hier im Gericht ersparen“, so Kaufmann weiter.

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