Mysteriöse Verkehrsschilder: Spioniert Bill Gates Dortmund aus?

rnVerkehr in Scharnhorst

Circa vier Meter hoch und an ein Verkehrsschild gebunden - mysteriöse Stangen sorgen für Fragezeichen in den Gesichtern der Dortmunder. Die Lösung des Rätsels ist aber ziemlich banal.

von Franka Doliner

Scharnhorst

, 14.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Weiß jemand, was dieses Teil zu bedeuten hat?“, schreibt eine Nutzerin auf Facebook in einer geschlossenen Gruppe namens „Scharnhorster sind die Besten“ unter ihren Post vom 1. Oktober. Versehen ist ihr Kommentar mit einem Bild von einer circa vier Meter hohen Stange neben einem Verkehrsschild.

Wer spioniert Scharnhorst aus?

Darunter wird fleißig kommentiert. Denn: Die Sichtungen häufen sich. An mindestens vier Orten im Bereich Scharnhorst wurden die mysteriösen Stangen gesichtet. Auffällig - es sieht danach aus, als wären Kameras am oberen Ende befestigt worden.

Des Rätsels Lösung ist simpel und banal

Ein Facebook Nutzer schreibt: „Dass niemand Bill Gates unter Verdacht hat, ist verwunderlich.“ Für Verschwörungstheoretiker eine vielleicht naheliegende Idee.

Eine Nutzerin hat dieses Foto in der geschlossenen Facebook-Gruppe hochgeladen.

Eine Nutzerin hat dieses Foto in der geschlossenen Facebook-Gruppe hochgeladen. © Privat (Screenshot: RN)

Aber Scharnhorst kann aufatmen, es ist nicht Bill Gates, der Dortmunder ausspionieren möchte. Des Rätsels Lösung ist ziemlich einfach: Die mysteriösen Stangen dienen einer Verkehrszählung.

Verkehrszählungen werden in Dortmund turnusmäßig durchgeführt

An den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten in Dortmund wird der Verkehr regelmäßig gezählt. Bedeutet, es wird die Anzahl der Fahrzeuge ermittelt, die einen bestimmten Straßenabschnitt oder eine Kreuzung in einem bestimmten Zeitraum durchfahren.

Dazu werden Kameras eingesetzt die, so versichert die Stadt Dortmund, in einer niedrigen Auflösung und aus der Vogelperspektive den Verkehr filmen. So seien weder Personen noch Kennzeichen zu erkennen und der Datenschutz damit gewährleistet. Unterstützung bekommen die Kameras von menschlichem Zählpersonal, das den Verkehr beobachtet.

Verkehrszählungen helfen der Stadt bei der Planung und Verbesserung von Verkehrsverbindungen.

Scharnhorst sollte kamerafrei sein

Im Bereich Scharnhorst wurde die Zählung bereits am 1. Oktober von 15 bis 19 Uhr durchgeführt. Laut Information der Stadt, werden die dazu genutzten Kameras in der Regel frühestens einen Tag vorher angebracht und spätestens einen Tag später wieder abmontiert.

11 Verkehrsknotenpunkte beobachtet

Die vier von verschiedenen Facebook Nutzern gesichteten Standorte der Kameras, waren bei der Zählung am 1. Oktober in Scharnhorst nicht die einzigen. Insgesamt hat die Stadt Dortmund an elf Kreuzungen den Verkehr gezählt. Welche Knotenpunkte gezählt worden sind, geht aus dem Zählstellenplan Scharnhorst hervor, den die Stadt Dortmund zur Verfügung gestellt hat.

Unteranderem wurde der Verkehr an dem Kreisverkehr zur Alten Eiche, am Ende der Gleiwitzstraße und an der Kreuzung Grunewald zur Friedrichholzstraße gezählt.

An diesen elf Standorten wurde am 1. Oktober in Scharnhorst der Verkehr gezählt.

An diesen elf Standorten wurde am 1. Oktober in Scharnhorst der Verkehr gezählt. © Stadt Dortmund

Eine einfache Erklärung für eine merkwürdige Beobachtung. Scharnhorst kann also wieder aufatmen und weiterfahren - zumindest bis zu nächsten Verkehrszählung.

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