Nach 33 Jahren schließt der McDonald‘s am Ostenhellweg

Betreiber kritisiert die Stadt

Schlechte Nachrichten vom Ostenhellweg: Nach 33 Jahren schließt die dortige McDonald‘s-Filiale. Das bestätigte Franchise-Nehmer Axel Kirsch auf Nachfrage unserer Redaktion. Grund für die Schließung sei die geringe Frequenz auf dem Ostenhellweg. Der Umsatz sei eingebrochen. Wir verraten, wann das Geschäft schließt - und was die Stadt zur Kritik des Betreibers sagt.

DORTMUND

, 20.12.2016, 17:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach 33 Jahren schließt der McDonald‘s am Ostenhellweg

An Heiligabend gehen bei McDonald‘s am Ostenhellweg die Lichter aus. Was in der Immobilie danach geschieht, sei noch offen, sagt die Eigentümerin.

Alle Jahre wieder melden sich Stimmen zu Wort, die mahnen, es gehe dem Ostenhellweg nicht gut. Diesmal ist es die Stimme von Axel Kirsch, der als Franchise-Nehmer alle McDonald‘s-Restaurants in Dortmund betreibt. Seit 1983 auch jenes am Ostenhellweg – aber nicht mehr lange: Die Filiale schließt an Heiligabend (24.12.), Kirsch zieht die Reißleine. 

Der wesentliche Grund dafür, dass er sich vom Ostenhellweg zurückzieht, sagt Kirsch, sei die geringe Frequenz. Der „Niedergang“ am Ostenhellweg habe 2002 mit dem Weggang von Karstadt-Sport begonnen. 2011 dann eröffnete die Thier-Galerie am oberen Westenhellweg – in den folgenden fünf Jahren habe er am Ostenhellweg 40 Prozent Umsatz verloren, sagt Kirsch. „Klar gibt es hier immer wieder Neueröffnungen: Ein-Euro-Shops und Nagelstudios.“

"Der Ostenhellweg ist ausgeblutet, da fehlt die Perspektive"

Kirsch sieht auch die Stadt in der Verantwortung: In der westlichen City wurden in den vergangenen Jahren U-Turm, Thier-Galerie und Fußballmuseum angesiedelt und entwickelt – „was hat die Stadt im Osten getan?“, fragt Kirsch. Und gibt selbst die Antwort: „Der Ostenhellweg ist ausgeblutet, da fehlt die Perspektive.“

Die Sichtweise der Stadt: Auf Axel Kirschs‘ Einschätzung und Kritik angesprochen, sagt Dortmunds Planungsdezernent Ludger Wilde: „Man kann nicht sagen, die Besucherfrequenz am Ostenhellweg ist eingebrochen“. Was Kirschs Verweis auf Thier-Galerie, U und Fußballmuseum und fehlende Projekte im Osten der City angeht, räumt Wilde ein: „Kundenintensive neue Ansiedlungen kann man hier nicht machen.“

Mangels Flächen. Von der Neureröffnung des Baukunstarchivs NRW 2018 am Ostwall werde der Ostenhellweg „ein bisschen profitieren“, meint Wilde – gleichwohl dürfe man nicht erwarten, dass dadurch die Zahl der Passanten explodiert. Wenn Händler umsetzbare Ideen zur Steigerung der Attraktivität des Ostenhellwegs an die Stadt herangetragen würden, „werden wir denen folgen“, so Wilde. Derzeit sei aber nichts in Vorbereitung.

Die Mitarbeiter der McDonald’s-Filiale am Ostenhellweg werden auf andere Filialen verteilt, sagt Axel Kirsch. An Heiligabend gehen die Lichter aus. Was in der Immobilie danach geschieht, sei noch offen, sagt die Eigentümerin. Die älteste McDonald‘s-Filiale in Dortmund ist übrigens die kürzlich modernisierte auf dem Westenhellweg: Sie startete 1979. 

 

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